Migrationsberatung in Corona-Zeiten wichtiger als je zuvor

Fazit zum MBE/JMD-Aktionstag. AWO Essen Teil des Netzwerks

Vertreter*innen der Essener Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) und Jugendmigrationsdienste (JMD) begrüßten zu ihrem Aktionstag den Essener Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer (unten). Foto: PLANB

Unterstützung bei der Migration ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je: Dies ist das Fazit der Träger in Essen, die die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und die Jugendmigrationsdienste (JMD) gewährleisten, anlässlich des jährlichen MBE/JMD-Aktionstages. Die Träger, AWO Essen, Caritas, Diakoniewerk Essen, Evangelische Kirchengemeinde Essen-Borbeck-Vogelheim, der Verein PLANB (Mitglied im Paritätischen) und der Verein ViBB Essen (Mitglied im Paritätischen) freuten sich sehr, als Gast der Videokonferenz den Bundestagsabgeordneten Matthias Hauer (CDU) begrüßen zu dürfen.

Auch im Coronajahr 2020 unterstützten die MBE und JMD viele Ratsuchende auf ihrem Weg zur Integration, Teilhabe und Selbstständigkeit. Dass mit der Zuwanderung nach Essen auch die Nachfrage nach Unterstützung steigt, dürfte keinen der Beteiligten überrascht haben.. Corona verschärfte die Situation zusätzlich: MBE und JMD wurden während des Lockdowns als Brücke zwischen Klient*innen und dem Versorgungssystem wichtiger als je zuvor.

So betreute eine Vollzeitkraft im Jahr 2020 knapp 300 Fälle – eine fortdauernde Überlastung, denn etwa die Hälfte gilt als fachlich sinnvoller Standard. Gleichzeitig wurden die Anliegen der Ratsuchenden immer komplexer und nahmen mehr Ressourcen in Anspruch.

Matthias Hauer zeigte sich als aufmerksamer und informierter Zuhörer. In der Diskussion ging es unter anderem um Corona und das Thema Impfungen. Die Fachkräfte berichteten von Ängsten und Vorbehalten zum Thema Impfung, die aber durch Informationen und das gute Beispiel der eigenen Impfbereitschaft häufig aufgelöst werden konnten. Die Wohnungssituation in Essen, wo vor allem bezahlbare große Wohnungen für Familien fehlen, kam ebenfalls zur Sprache.

Zu den Forderungen der MBE und JMD an die Politik gehört zuallererst eine ausreichende und verlässliche Finanzierung: „Statt der bisherigen Mittel in Höhe von rund 70 Mio. Euro pro Haushaltsjahr bundesweit ist ein Gesamtbudget von 81 Mio. Euro erforderlich, um den Bedarf zu decken“, erklärte Mahmut Hamza, Fachbereichsleiter Migration und Integration bei PLANB Ruhr e. V., einem der MBE-Träger in Essen. „Ich denke, dass wir systemrelevant sind und eine gesamtgesellschaftlich unverzichtbare Arbeit leisten, haben wir längst bewiesen.“ Außerdem müsse die Finanzierung auf eine sichere Basis gestellt werden und künftig nicht mehr von Jahr zu Jahr, sondern jeweils für eine Legislaturperiode verabschiedet werden.

Matthias Hauer lobte die Arbeit der MBE- und JMD-Beratungseinrichtungen: „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Integrationsarbeit in Essen. Integration ist der Schlüssel zum Erfolg in vielen Bereichen – in Schule, Ausbildung und Beruf. Hierbei sind die Einrichtungen eine wertvolle Hilfe für viele ratsuchende Menschen. Der Bund hat bereits in der Vergangenheit starke finanzielle Unterstützung geleistet, um diese Integrationsarbeit auch in Essen zu ermöglichen. Wir kämpfen gemeinsam dafür, diese Einrichtungen langfristig finanziell abzusichern.“

Autor Markus Grenz/Georg Stankiewicz (Plan B)
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