Tag der offenen Tür im Bildungsinstitut Pflege der AWO
Viel ausprobieren vom Alters-Simulationsanzug bis zur Ersten Hilfe. Freude über den neuen Titel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“
„Hallo… Haalloo!“ Auch beim zweiten Ansprechen stapft der Mensch im Alters-Simulationsanzug einfach weiter. Kein Wunder, trägt er nicht nur eine dicke Brille zwecks Simulierung eines grauen Stars, eine schwere Weste um den Oberkörper und steife Kniebandagen, sondern auch Kopfhörer. Die sollen die Schwerhörigkeit simulieren – und das tuen sie auch. „Ich habe kaum etwas gehört, das war schon eine krasse Erfahrung“, berichtet AWO Vorstand Oliver Kern, nachdem er alle „Accessoires“ des Simulationsanzugs abgelegt hat. Ganz schön viel zu gucken und zu tun hatten er, AWO Vorständin Claudia Osterholt und AWO Vorstandsreferent Philipp Hennen beim Tag der offenen Tür des Bildungsinstitutes Pflege der AWO an der Peterstraße 2 im Nordviertel.
Denn die Einrichtung, die für die AWO und andere Träger u.a. die schulischen Teile der Ausbildungen zu Pflegefachkraft und -asstistenz, Betreuungsassistenz und einiges mehr anbietet, bot an diesem Tag viel Wissenswertes und eine Menge Unterhaltung. In insgesamt acht Räumen konnten sich die Gäste Einträge für ihre Stempelkarte holen, in jedem gab es etwas zu sehen und/oder zu tun: Blutdruck messen, Blutzucker bestimmen, den hauseigenen Simulationsanzug ausprobieren oder an lebensgroßen Puppen Erste Hilfe üben waren nur einige der Angebote, die das Team des Bildungsinstitutes und um die 60 Schüler*innen vorbereitet hatten. Schulleiterin Ulrike Münckel: „Am Ende wartete dann eine süße Überraschung auf unsere Gäste. Wir danken dem tollen Einsatz unserer Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte heute.“
Zu Recht ist die Schulleiterin auch ein bisschen stolz auf „ihr“ Hedwig-Levy-Haus, in dem die Schule untergebracht ist und das 2020/21 umfassend saniert wurde. „Wir sind sehr gut ausgestattet, das möchten wir natürlich heute zeigen. Außerdem haben wir sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler“, unterstreicht sie. Gleich heute darf sie auch noch vier frisch gebackenen Pflegefachassistentinnen zu ihren erfolgreichen Abschlüssen gratulieren.
Zudem stand noch ein ganz besonderes Highlight an. Die Pflegeschule trägt nun das Siegel „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Tanju Dilekli vom Kommunalen Integrationszentrum übergab feierlich die dazugehörige Urkunde und das neue Schild, das zeitnah am Gebäude angebracht wird. Nun heißt es für die Schule, den Titel mit Leben zu füllen. Florian Friedrichs, pädagogischer Mitarbeiter der Schule, hat die Bewerbung um den Titel initiiert und begleitet. Er erläutert: „Heute starten wir mit einem gemeinsamen Spaziergang zu zwei geschichtsträchtigen Orten. Der Gerlingsplatz war Schauplatz der Bücherverbrennung, die heutige Kneipe „Panoptikum“ bis 1933 ein Treffpunkt für Homosexuelle. Außerdem war das Hedwig-Levy-Haus selbst früher ein jüdisches Kinderheim.“ Unterstützung bekommt die „neue“ „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ von Thorsten Teriete, Inhaber des „Panoptikum“, ihn konnte die Lehranstalt als Paten gewinnen. Auch dazu sagt die AWO: Danke!
Infos zum Bildungsinstitut Pflege der AWO Essen gibt es unter https://www.awo-essen.de/ueber-uns/aktuelles/d/bildungsinstitut-pflege-der-awo-erstrahlt-in-neuem-glanz.






