Mehr als 50 Gäste beim „Mittwochsgespräch“
AWO Vorstand Oliver Kern begrüßte Ex-Botschafter Christoph Eichhorn
Neben der anstehenden Bundestagswahl brennen vielen Menschen die jüngsten Entwicklungen in den USA unter den Nägeln: Das kann man sicherlich als ein Resümee der jüngsten Veranstaltung aus der Reihe „Mittwochsgespräche“ der AWO mit dem Titel „Zwischen US- und Bundestagswahl“ ziehen. Mit über 50 Besucher*innen war der Talk von AWO Vorstand Oliver Kern in der AWO Verwaltung am Holsterhauser Platz sehr gut besucht. Aber es gab auch einen illustren Gesprächsgast. Mit dem ehemaligen deutschen Diplomaten Christoph Eichhorn hatte Oliver Kern einen ausgewiesenen Fachmann für den Talk gewinnen können: Eichhorn kann auf eine lange Karriere zurückschauen, die er u.a. in der Deutschen Botschaft Moskau, als Austauschbeamter im amerikanischen Außenministerium, in der Deutschen Botschaft in Washington und als deutscher Botschafter in Estland und Bulgarien verbracht hat.
„Ein Albtraum für Amerika und die Welt – das sagen viele Menschen, nicht nur hierzulande, zum Wahlsieg Donald Trumps“, fasste Oliver Kern die Ängste vieler Beobachter*innen angesichts beinahe täglich neuer schlechter Nachrichten und haarsträubender Zitate aus Amerika zusammen. Wie ist dieser Mann einzuordnen? Welche Folgen hat Trumps Politik für uns und Europa? Was sollen Deutschland und die EU jetzt tun? Welche Konsequenzen ergeben sich für die Bundestagswahl und ihre Gewinner*innen? Das waren nur einige Fragen, die erläutert wurden.
Christoph Eichhorn zeigte sich ganz als wohl überlegter Diplomat und verwies u.a. auf den Unterschied von „heiß gekocht“ und „heiß gegessen“: „Man sollte Trump nicht wörtlich, aber dafür ernst nehmen. Seine Forderungen sollte man genau hinterfragen und vor dem Hintergrund betrachten: Was ist das Interesse daran?“, so der ehemalige Botschafter. So stehe hinter den Trumpschen Vorstößen in Sachen Panamakanal oder Grönland etwa das Ziel der freien Weltmeere oder einer Kostenkontrolle, etwa für Schleusen des Panamakanals.
Deutschland und der Europäischen Union rät er dringend, bloß nicht in Schockstarre zu verfallen. „Wir müssen handeln, nicht nur analysieren und diskutieren. Es ist wichtig zu verstehen, in welcher Weltlage wir uns befinden.“ Dass die EU angesichts der jüngeren Entwicklungen in Sachen Sicherheit (USA), Energiepolitik (Russland) und Wirtschaftswachstum (China) Alternativen finden müsse, das sei nun das Gebot.
Den Parteien, die als Sieger*innen aus der Bundestagswahl am 23. Februar hervorgehen, rät er zu einer klaren Strategie und Transparenz: „Die Wahlsieger tun gut daran, genau zu wissen, was sie umsetzen wollen. Wichtig wird auch sein, den Bürgerinnen und Bürgern diesen Plan in aller Klarheit zu vermitteln.“
Oliver Kern hatte das Schlusswort: „Kommen Sie zu weiteren Terminen wenn es heißt ,Mittwochsgespräch‘. Denn nichts ist durch ein gutes Gespräch zu ersetzen. Und: Gehen Sie am 23. Februar wählen und wählen Sie demokratisch.“





