Das Friedrich-Ebert-Zentrum ist ein Hühnerhof auf Zeit

Giesela Strebmann eilt schon früh am Morgen eilig mit ihrem Rollator durch das Friedrich-Ebert-Zentrum. Die 79-jährige Bewohnerin des AWO-Pflegeheims hat einen Termin mit „ihren“ Hühnern. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den „Hühnerhof“ im Garten der Anlage zu betreuen. Jetzt ist Fütterungszeit und die fünf Hennen warten schon auf die engagierte Dame. Für einige Wochen hat sich das AWO-Haus in einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb verwandelt und das Angebot von „Rent a Huhn“ genutzt. Die Tiere werden dabei mit Stall und Zubehör geliefert und das Gehege wird aufgebaut.

„Wir versuchen, den Bewohnern immer etwas Neues zu bieten, um den Alltag im Haus interessant zu gestalten“, erklärt Pia Doil vom Sozialdienst des Hauses die Verwandlung des Heimgartens in einen Hühnerhof. Der Kontakt zu Tieren sorgt buchstäblich für eine Belebung, da manche Bewohner durch die Übernahme von Verantwortung aktiviert werden. Andere erfreuen sich ganz einfach daran, das Leben auf dem Hühnerhof zu beobachten.

Giesela Strebmann, die die Fütterung übernommen hat, freut sich nicht nur, dass die handzahmen Tiere sie schon am Zaun erwarten, wenn Sie die Tür zum Außenbereich des Hauses öffnet, sie darf sich auch hin und wieder ein oder zwei Eier von „ihren“ Hühnern lecker zubereiten. „Das sind Bio-Eier, denn die Tiere werden nur natürlich ohne Medikamente gefüttert. Damit sie gesund bleiben, bekommen sie einmal in der Wochen Knoblauch mit Zwiebeln“, berichet die Seniorin und streichelt dabei eine der Hennen. Leider, so bedauern es die Senioren im Garten, ist das Friedrich-Ebert-Zentrum in den nächsten Tagen kein Hühnerhof mehr, denn die Hennen sind nur Gäste auf Zeit an der Schonnefeldstraße.

Autor*in Peter Marnitz
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