Von klein auf in guten Händen - Woche der Kindertagespflege

Kindertagespflege? Nicht alle Passanten, die den großen rot-weißen Infostand an der Porschekanzel besuchten, konnten sich unter dem Begriff etwas vorstellen. Kamen dann aber Tagesmutter und Tagesvater zur Sprache, erhellten sich die Minen: „Die passen doch auf das Kind auf, wenn die Eltern keine Zeit haben.“ Um Vorurteile abzubauen und darüber zu informieren, welchen Stellenwert diese Form der pädagogischen Kinderbetreuung heute hat, beteiligte sich auch die AWO Essen jetzt an der bundesweiten Woche der Kindertagespflege.

Seit fast zehn Jahren ist der Essener Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt in der Tagespflege aktiv und ist in Essen der größte Anbieter. Zur Zeit werden 561 Kinder betreut. 182 gut ausgebildete Tagespflegepersonen kümmern sich ganz individuell in kleinen Gruppen um die Kinder.

Tagespflege ist besonders für berufstätige Eltern eine ideale Alternative zur Kita-Betreuung. Passgenau zu den gewünschten Zeiten betreuen die Tagesmütter und –Väter die Kinder, deren positive Entwicklung immer höchste Priorität genießt.

Begonnen hat dieses Modell der Betreuung vor vielen Jahrzehnten im Rahmen von Nachbarschaftshilfe. Mütter oder Großmütter passten bei Bedarf auf die Kinder der Nachbarn auf. Bis zur heutigen Form mit professionell geschulten und lizensierten Tagespflegepersonen war es ein weiter Weg. Vier Träger organisieren in Essen die diese familiennahe Form der Kinderbetreuung. Die AWO Essen ist mit ihrer „Fachstelle für Kindertagespflege“ Ansprechpartner für Eltern, die einen Platz für ihr Kind suchen, aber auch für Menschen, die sich in der Kindertagespflege engagieren wollen.

Anders als in den Anfangstagen, als jede „liebe Großmutter“ sich Tagesmutter nennen konnte, ist heute die Ausbildung und Zertifizierung genau geregelt und wird kontinuierlich kontrolliert. Schließlich steht das Kindeswohl an oberster Stelle. Bevor das erste Kind in der eigenen Wohnung betreut werden kann, muss erst einmal ein 160-stündiger Grundkurs absolviert und auch bestanden werden. Den organisiert die „Fachstelle für Kindertagespflege“ unter der Leitung von Susanne Sperling. Dazu gehören neben pädagogischen Schwerpunkten unter anderem auch Erste-Hilfe-Übungen für Notfälle bei Kleinkindern. Dann müssen die Betreuungsräume, die die Tageseltern zur Verfügung stellen, von der entsprechenden Fachstelle der Stadt Essen geprüft und abgenommen werden. Ist dann noch das polizeiliche Führungszeugnis und das Gesundheitszeugnis in Ordnung, kann es mit der Betreuung von bis zu fünf Kindern losgehen. Schließen sich zwei Tagespflegepersonen zusammen, können an einem Ort bis zu neun Kinder betreut werden. Bei diesen Gruppenstärken ist Individualität und das ganz persönlichen Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes garantiert. Regelmäßig werden die betreuenden Frauen oder Männer, von denen zur Zeit 21 aktiv sind, zu obligatorischen Weiterbildungen zusammengerufen.

Gelebt wird bei der Tagespflege der AWO Grundsatz der Offenheit gegenüber anderen Menschen, Religionen und Herkunftsländern. Dazu Fachstellen-Leiterin Susanne Sperling:  „Akzeptanz und Offenheit statt Ausgrenzung ist unsere Leitorientierung für die gemeinsame Förderung aller Kinder und die Unterstützung aller Familien.“

Es hat sich also viel getan, seit die ersten Mütter spontan auf Nachbarskinder aufpassten.

Weitere Informationen zur Kindertagespflege bei der AWO unter Tel. 1897 333, E-Mail susanne.sperling@awo-essen.de

Autor*in Peter Marnitz
Susanne Sperling
Leitung Kindertagespflege

AWO KV Essen e.V.

Zweigertstr. 43
45130 Essen
Tel: 0201749301- 0
Fax: 02011897-364
susanne.sperling@awo-essen.de

Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Sie!