Starke Einschnitte bei Integrations- und Flüchtlingsarbeit der AWO Essen
Integrationsagentur schließt 2026. Flüchtlingsberatung stark reduziert

Schweren Herzens reduziert der Kreisverband der Essener AWO zum neuen Jahr in großem Ausmaß seine Integrations- und Flüchtlingsarbeit. Die seit 2007 bestehende Integrationsagentur, die stark im Bezirk III u.a. in Sachen Netzwerkarbeit, Demokratieförderung und interkultureller Öffnung tätig war, schließt zum neuen Jahr. Die Flüchtlingsberatung wird zu zwei Dritteln reduziert und nur noch von einer Halbtagskraft wahrgenommen. Die Begleitung minderjähriger Flüchtlinge wird ganz gestrichen. Die Gründe dafür sind unzureichende und unzuverlässige Finanzierung durch das Land NRW.
Oliver Kern, Vorstand der AWO Essen: „Wir bedauern diesen Schritt außerordentlich. Wir haben uns zum Teil jahrelang um eine Lösung bemüht. Mittlerweile sind die Eigenanteile aber derart hoch, dass wir uns diese Arbeit nicht mehr leisten können. Wir fordern das Land NRW dringend auf, eine regelmäßige und auskömmliche Finanzierung bereit zu stellen, damit wir diese Arbeit wieder aufnehmen können. Wer von Integration redet dem muss klar sein, dass dies etwas kostet.“
Hanimgül Ilhan, Leiterin der Abteilung „Bildung“: „Diese Arbeit war ein wichtiger Teil der Abteilung ,Bildung‘ und eine tolle Ergänzung zu unseren weiteren Angeboten. Dieser Schritt ist mehr als bedauerlich. Die Integrationsagentur hat eine sehr gute bedarfs- und sozialraumorientierte Arbeit im Bezirk III geschaffen, die – ebenso wie die Beratungsangebote – unverzichtbar ist.“
Weiterhin tätig ist die AWO Essen im Bereich der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte und in der regionalen Flüchtlingsberatung. Doch auch diese vom Bund unzureichend finanzierten Angebote sind bedroht. Nach wie vor werden Integrationskurse mit deutschem Spracherwerb und interkulturelle Familienbildungsangebote u.a. für Eltern in der Erziehungsarbeit bereitgestellt.