Stabwechsel bei der Altenpflege

Sein Ruf als engagierter Streiter für die Belange der Altenpflege geht weit über die Arbeiterwohlfahrt hinaus. Jetzt ist Karlheinz Dieler, als Referatsleiter unter anderem für die Pflegeheime der Essener AWO verantwortlich, in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger wurde Gereon Unnebrink.

Karlheinz Dieler (li.) und sein Nachfolger Gereon Unnebrink.

Der studierte Soziologe ist ein „Überzeugungstäter“ für den seine Arbeit bei der AWO mehr als nur ein Job war, seinen Beruf begriff er buchstäblich als Berufung.

So lag und liegt ihm das Wohl der Menschen, ihre soziale Lage am Herzen. Wenn es bei Pflegesatzverhandlungen mit den jeweiligen Kostenträgern um Mark und Pfennig, später um Euro und Cent ging, sah er hinter den  trockenen Zahlen immer die auskömmliche Bezahlung der Pflegekräfte und das würdige Leben der Heimbewohner.

Begonnen hat Dieler seine Karriere bei der Essener AWO 1979 als Zivildienstleistender: „Ich habe die AWO ganz gezielt gewählt, weil sie nicht nur ein Wohlfahrtsverband ist, sondern sich auch als außerparlamentarische Stimme politisch für die Menschen engagiert.“ Aus dem „Zivi“ wurde 1981 ein hauptamtlicher Mitarbeiter, der seine Aufgaben beim politischen Bildungswerk der AWO, in der offenen Altenhilfe und schließlich als Referatsleiter für offene und stationäre Altenhilfe fand. Dazwischen war er noch 10 Jahre als Betriebsratsvorsitzender für die Beschäftigten des Essener AWO Kreisverbandes aktiv.

Zeit seines Berufslebens war die Diskussion um den „Pflegenotstand“ ein ständiger Begleiter. Bereits in der 1980er Jahren beteiligte er sich an Demonstrationen, die Lösungen für das Problem einforderten. An dem Weg zu diesen  Lösungen hat der überzeugte Anhänger der AWO-Grundsätze zur sozialen Gerechtigkeit über lange Jahre mitgearbeitet – und immer einen Grundsatz hochgehalten: „Die Pflegebranche muss für die Beschäftigten bei den Arbeitsbedingungen und bei der Bezahlung attraktiver werden.“ Nur so sei es möglich, dass die Bewohner der Pflegeeinrichtungen genügend Zuwendung von zufriedenen Pflegekräften erhielten.

 „Die Pflege älterer Menschen wird immer ein schwieriges Terrain bleiben“, prophezeit Dieler seinem Nachfolger Gereon Unnebrink, der jetzt für das Referat offene und stationäre Altenhilfe beim Essener Kreisverband der AWO die Verantwortung trägt. Der neue Leiter des Referats ist im Bereich der Pflege buchstäblich ein alter Hase und mit der Problematik bestens vertraut. Zwölf Jahre lang leitete er das Bildungsinstitut Altenpflege der AWO (BAA), das seit mehr als 25 Jahren junge und auch erfahrenere Menschen im Berufsfeld der Altenpflege ausbildet. Seit 1990 ist der Diplom-Pädagoge beim Essener Kreisverband der AWO beschäftigt und kümmerte sich vor der BAA-Leitung um die Obdachlosenhilfe und die politische Bildung. Seine Ziele sind klar definiert: „Erst einmal gilt es, das zu bewahren, was wir erreicht haben. Wir werden aber auch aktiv darangehen, neue Bereiche der Altenpflege zu entwickeln.“

Autor*in Peter Marnitz
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