Senior*innen probieren Künstliche Intelligenz aus
KI-Woche: Frühschoppen im Zentrum 60plus Alte Kirchstraße
Wie viel wissen Senior*innen eigentlich über das Thema Künstliche Intelligenz (KI)? Nicht viel, könnte man meinen. Doch damit liegt man mitunter ziemlich falsch, wie der „KI‑Frühschoppen“ im Rahmen der KI-Woche der Essener AWO im Katernberger AWO‑Zentrum 60plus Alte Kirchstraße, direkt am Louise‑Schroeder‑Zentrum, deutlich zeigte.
Prof. Dr. Stefan Heinemann, wissenschaftlicher Botschafter der „KI mit Herz“ der AWO Essen, führte mit vielen Infos und Tipps durch den Frühschoppen: „Es war richtig etwas los. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben durchaus ein Gefühl für KI“, beschreibt er seine Eindrücke. Nicht nur, dass die meisten der Anwesenden sehr wohl wussten, was es mit dem Thema KI auf sich hat – sie wollten es auch gerne ausprobieren, und das auf „neue“ Art und Weise. So erntete der Professor ein großes „Oho“, als er die KI‑Anwendung Suno am Beispiel des alten Schlagers „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ des Barden Ronny (1969) vorführte. Das den Herrschaften bekannte Stück sollte nicht nur reproduziert, sondern auch mit modernem Text und in modernem Sound‑Gewand mit anderer Stimme versehen werden. Nun hing nicht mehr das Pferdehalfter an der Wand, sondern – zum großen Spaß der Senior*innen – der Hoodie an der Tür. Zunächst musste man den Damen und Herren allerdings kurz erklären, dass ein Hoodie ein Kapuzenpulli ist.
Doch das war längst nicht das einzige „Oho“: Eine kulturinteressierte Dame ließ sich einen Reiseplan mit barrierefreien Routen erstellen, eine andere sprach wohl zum ersten Mal in ihrem Leben mit einem KI‑Chatbot. Und natürlich demonstrierte der Professor ausführlich, wie leicht sich Bilder mit KI generieren lassen – und damit leider auch fälschen.
AWO‑Vorständin Claudia Osterholt war ebenfalls aufmerksame Zuschauerin: „Für die Seniorinnen und Senioren war das eine sehr spannende Veranstaltung. Unsere Aufgabe als AWO ist es auch, gesellschaftliche Teilhabe zu unterstützen und dafür Sorge zu tragen, dass niemand aufgrund neuer Technologien abgehängt wird. Es ist uns zudem ein Anliegen, auf die Gefahren hinzuweisen, die etwa in der künstlichen Generierung von realistisch anmutenden Bildern liegen.“


