Projekt „Bildung im Quartier“ startete im Hans-Gipmann-Haus der AWO
Die Gruppe, die sich jetzt zu einer letzten Sitzung im Lehrerzimmer der Kraienbruchschule traf, war sich einig: „Das Projekt hat viel bewegt in Dellwig. Es ist eigentlich schade, dass es vorbei ist.“ Noch einmal versammelten sich die vorwiegend ehrenamtliche Teilnehmer des Projektes „Bildung im Quartier - Räume schaffen - Räume öffnen" der Landesinitiative „NRW hält zusammen", das jetzt zu Ende gegangen ist.

Als 2016 die damalige Landesregierung aus SPD und Grünen zur Teilnahme an dem Programm mit dem sperrigen Namen aufrief, war man sich am „Runden Tisch Dellwig“, der 2015 gegründeten Flüchtlingsinitiative, einig, das Angebot aus Düsseldorf zu nutzen. Das Hans-Gipmann-Haus der AWO und seine Leiterin Dörte Camara nahm die Organisation in die Hand. „Es mussten Anträge gestellt werden, Verträge unterschrieben werden und viel Verwaltungsarbeit geleistet werden, bevor die ersten Mittel fließen konnten“, erinnert sich die Leiterin des AWO Bürgerhauses in Dellwig.
Mit einer Mischung aus ehrenamtlicher Arbeit und bezahltem Einsatz stellte die Initiative ein Programm auf die Beine von dem alle Kinder und Jugendlichen im Quartier, unabhängig von der jeweiligen Herkunft, profitieren konnten. Bestehende Räume in den Dellwiger Einrichtungen wurden genutzt und mit den Projektgeldern zusätzliches pädagogisches Personal eingesetzt. Kleine kindgerechte und überschaubare Gruppen konnten mit den Projektmitteln getragen werden. Von Oktober 2016 bis zum Frühjahr 2018 konnten fünf Angebote verwirklicht werden.
So schaffte es eine Musikpädagogin Kindern die Welt der Töne näher zu bringen. In der Kita St. Michael wurden Kinder berufstätiger Eltern im August 2017 in einer Kleingruppe in den Ferien betreut. Für berufstätige Eltern wurde damit der Übergang vom früh beendeten Kindergartenjahr bis zur späteren Einschulung überbrückt. In der Kraienbruchschule wurde die individuelle Sprachförderung verstärkt. Ein Elterntreff verfestigte nachbarschaftliche Beziehungen und öffnete Räume für Neugezogene. Und schließlich fand im Hans-Gipmann-Haus der AWO dreimal wöchentlich ein Treff für Jungen und Mädchen im Grundschulalter statt, bei dem Hausaufgaben gemacht und anschließend gemeinsam gespielt wird.
In der Bilanz des Projektes sind sich alle Beteiligten einig, dass sich der Einsatz gelohnt hat und das bessere Zusammenleben im Stadtteil sich positiv ausgewirkt hat. Beim Abschlussgespräch wurde noch einmal betont, dass alles ohne den organisatorischen Anschub im Hans-Gipmann-Haus der AWO nicht möglich gewesen wäre.
Beteiligt an „Bildung im Quartier - Räume schaffen - Räume öffnen“ waren folgende Personen und Institutionen:
- Bezirkskinderbeauftragte (BV IV Borbeck) Erika Küpper, SPD
- Renate Gabriel, ASD Borbeck
- Anna Bartmann-Hill, Sprecherin Runder Tisch Dellwig
- Mechthild Sypitzki, Leiterin Kath. Kita St. Michael, Dellwig
- Mark Krüger, Rektor Kraienbruchschule
- Brigitte van Haaren, AWO Kita + FZ Levinstraße 73
- Dörte Camara, Mitarbeiterin AWO Essen Familienbildung, Bürgerhaus und Familienzentrum Hans-Gipmann-Haus
