AWO Julius-Leber-Haus: Parkour und Empowerment in den Sommerferien

Bürgerhaus organisiert Ferienspaß mit richtigem Parkour-Profi

Zwei ganze Tage Training mit einem richtigen Parkour-Profi? Das war ein Sommerferien-Abenteuer ganz nach dem Geschmack von acht Mädchen und Jungen im Alter von acht bis elf Jahren. Zahlreiche Aktionen bietet das Ferienprogramm des Julius-Leber-Hauses der AWO vom Ausflug ins „Irrland“ in Kevelaer bis zum Grafitti-Workshop an – das Parkourtraining mit dem Essener Parkour-Pionier Adrian Grothe war als erstes ausgebucht. Kein Wunder, ging es doch an beiden Tagen zu den Parkouranlagen in Katernberg/Stoppenberg auf Zollverein und nach Kray in den Volksgarten.

„Los ging’s auf einer alten Gleisanlage auf Zollverein. Hier haben wir erste Übungen für den Körper gemacht, etwa Springen und gezieltes Landen oder Training der Balance“, berichtet Soma Qahraman, pädagogische Mitarbeiterin im Julius-Leber-Haus. Obst, ein paar Snacks und Wasser hatte das Team aus dem „Julius“ natürlich besorgt, bevor die Gruppe im Bus in den Essener Norden gekarrt wurde, Lunchboxen brachten die Kinder von zu Hause mit. Nichts sollte davon ablenken, auch ein paar persönliche Grenzen zu überwinden.

„Zunächst haben wir an der Parkour-Anlage, die vom Kreisjugendwerk der AWO betreut wird, erste, einfache Übungen gemacht. Etwa Hindernisse mit einer Hand oder einem Fuß überwinden“, schildert Soma Qahraman. Schnell, so berichtet sie, waren die Kinder, die ganz unterschiedliche körperliche und auch psychologische Voraussetzungen mitbrachten, Feuer und Flamme. Und entwickelten sich rasant schnell weiter, meisterten auch weitere Aufgaben mit höheren Schwierigkeitsgraden. Somas Kollege Mathias Pidpilik ergänzt: „Es entstand eine sehr positive Gruppendynamik. Hatte einer aus der Gruppe eine Übung bewältigt, haben sich auch oft die Übrigen an sie herangetraut. Dabei haben wir immer wieder Hilfestellung gegeben, sodass nichts passieren konnte.“

Am folgenden Tag in Kray nahmen die Mädchen und Jungen den Schwung vom Vortag schnell wieder auf und lernten einiges über sich und den Zusammenhang von Kopf und Körper. „Alles, was im Kopf passiert, macht etwas mit dem Körper“, erläutert Soma Qahraman. Mathias Pidpilik nennt das Zauberwort des Kurses: „Empowerment“, ein Prozess, bei dem die Mädchen und Jungen positive Erfahrungen machen, ungeahnte Stärken erleben und an Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung gewinnen: „Unsere Mädchen und Jungen haben in dem Kurs Dinge getan, die sie nie zuvor getan hatten. Das war für sie schon eine klasse Erfahrung. Man lernt sich selbst besser kennen und geistige oder körperliche Grenzen zu überwinden.“

Das Angebot wurde finanziell unterstützt vom Landschaftsverband Rheinland (LVR).

 

An jedem Donnerstag gibt es von 17 bis 18 Uhr Parkourtraining im Julius-Leber-Haus der AWO an der Meistersingerstraße 50 in Kray/Leithe für Kinder ab acht Jahren mit dem Parkpurtrainer Adrian Grothe. Von 18.15 bis 20.15 Uhr ist Adrian mit Kindern ab zwölf Jahren beim Training auf der Anlage im Volksgarten.

Autor*in Markus Grenz
Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Sie!