Sauber Zauber rund ums Horst-Radtke-Haus
20 Helfer*innen füllen 30 Mülltüten. Aber Müll ist nicht das einzige Problem
Wie ein Schwarm fleißiger Bienen schwärmen die rund 20 kleinen und großen Helfer*innen rund um das Horst-Radtke-Haus der AWO an der Altenessener Krablerstraße 12 aus, um hier endlich wieder für ein bisschen Sauberkeit zu sorgen. Ausgerüstet sind sie mit Harken, Besen, Zangen, Handschuhen und den prägnanten roten Mülltüten der Entsorgungsbetriebe Essen. Doch der Müll soll an diesem Tag nicht das einzige Problem sein.
Die Aktion „Sauber Zauber“ der Ehrenamtsagentur ist für die Mitarbeiter*innen des Teams und befreundete Mütter mit ihren Kindern eine gute Gelegenheit, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun und sich des Umfeldes des Zentrums einmal anzunehmen – wohl gemerkt, des Umfeldes, das große Grundstück mit Parkplatz des Horst-Radtke-Hauses wird sowieso regelmäßig sauber gehalten. Victoria Gütthoff vom Leitungsteam der Abteilung Jugend berichtet: „Wir wollen heute zusammen mit unseren Familien dafür sorgen, dass der Frühling in eine schöne Umgebung einziehen kann.“ Ihre Kollegin aus dem Leitungsteam Franziska Beck ergänzt: „Wir hoffen, dass es möglichst lange so bleibt. Vielen Dank an unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer!“
Um die 30 Tüten voller Müll nach zwei Stunden intensiver Arbeit beweisen, dass hier einiges im Argen liegt. Ein aufgegebener Einkaufswagen, ein alter Reifen, eine Plastikkiste, rund 40 leere Schnapsflaschen, alte Windeln, Kleidung (auch Unterwäsche), eine Badelatsche (links), haufenweise Plastikmüll sowie Laub und einiges mehr werden von einem Straßenstück aufgeklaubt, das kaum länger als 30 Meter ist. Nicht ganz leicht haben es Victoria und Franziska und das Team des Horst-Radtke-Hauses in ihrem Alltag, das Umfeld wenigstens ein bisschen in Schuss zu halten. Parkplatz und Zugang zum ehemaligen Aldi-Gebäude liegen auf einem hinteren Abschnitt des Grundstücks an der Krablerstraße. Angedient werden sie nur über eine enge Straße, die nicht mehr als eine schmale Zufahrt ist. Hier liegen verschiedene Betriebe, leider sind die Straßenränder der Zufahrt häufig durch abgestellte Fahrzeuge blockiert. „Wir kommen so einfach nicht an den Müll ran“, berichtet Franziska Beck. Im Lauf der Sammelaktion sollte sich dies zum Teil ändern, Nachbarn wurden aufmerksam und haben Fahrzeuge versetzt und etwas Platz für die Sammler*innen geschaffen. Ein benachbarter Mitarbeiter nahm sich des Altreifens an.
Dies ist aber nicht die einzige „Hürde“, mit der es die fleißigen Bienchen an diesem Nachmittag zu tun bekommen. Fast ständig nutzen Fahrzeuge den engen Weg, um die Strecke von der Altenessener Straße bis zur Krablerstraße abzukürzen. Nur ein in den Weg gestellter Stuhl, umwickelt mit einer roten Mülltüte, bremst viele der Fahrzeuge etwas ab, damit hier mit Rücksicht auf die großen und die kleinen Sammler*innen gefahren wird. Immer wieder halten Team-Mitglieder und Mütter die Augen auf, damit dieser Sammeltag für alle Teilnehmer*innen auch gut ausgeht. Victoria Gütthoff: „Das ist leider der Alltag. Wir alle sind hier immer sehr aufmerksam, dass nichts passiert – schließlich arbeiten wir mit Kindern. Müll ist nur eines unserer Probleme, mit denen wir umzugehen haben.“








