AWO Essen trauert um Michael Franz

Langjähriger Vorsitzender am vergangenen Dienstag verstorben

Foto: SPD Essen

Wer Michael Franz in einer seiner politischen Funktionen, etwa als SPD-Fraktionssprecher der Bezirksvertretung VI oder Mitglied im Sozialausschuss der Stadt Essen, begegnete, der war angenehm überrascht. Der Katernberger war keineswegs einer der Lautsprecher, denen man immer wieder in der politischen Szene dieser Stadt begegnet. Ruhig, bedächtig, dabei hart in der Sache, trug er seine Standpunkte vor. Für die Essener AWO gehört er zu den herausragenden Menschen, die den Kreisverband in seiner jüngeren Geschichte mitgeprägt haben. Wir trauern um Michael Franz, der am vergangenen Dienstag im Alter von 67 Jahren verstorben ist.

Früh hat Michael seine soziale Ader entdeckt. Im Alter von 18 Jahren trat er in die AWO ein. Dass er einmal 16 Jahre lang als Vorsitzender an der Spitze des Kreisverbandes stehen würde, von 2000 bis 2016, damit hatte er damals sicher noch nicht gerechnet. Zusammen mit Geschäftsführer Wolf Ambauer prägte er den Kreisverband zum Start des neuen Jahrhunderts. Bodenständigkeit, Menschlichkeit, immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen: So kann man sein Wirken bei der AWO charakterisieren, ob in den Arbeitskreisen Seniorenarbeit oder Weiterbildung, in seinem Ortsverein Katernberg-Schonnebeck oder eben als Vorsitzender im Kreisverband.

Doch es gab auch den kontroversen Michael, der ziemlich deutlich werden konnte und dabei keine Angst hatte, selbst zur „Zielscheibe“ zu werden. Als 2013 eine vom AWO Fanprojekt Essen und „Essen stellt sich quer“ organisierte Vorführung des Dokumentarfilms „Blut muss fließen“ von Anhängern von Rot-Weiss Essen mittels Gewaltandrohung verhindert wurde, da wurde der Katernberger laut und machte sich stark für die Ansetzung eines zweiten Termins: „Hier wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung durch Nötigung behindert. Dies dürfen wir uns nicht gefallen lassen.“

Vorstand und Präsidium der AWO Essen sprechen seiner Familie, Angehörigen und Freunden ihr aufrichtiges Mitgefühl aus. Wir werden Michael stets als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sein Leben dem Wohle anderer gewidmet hat.

Autor*in Markus Grenz
Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Sie!