Social Day von Thyssenkrupp bei der AWO verbindet Jung und Alt

Ganz schnell sind die gut 50 Jahre Altersunterschied überwunden. Aus Herrn Arp wird Uwe und Frau Jansen wird Linda. Der Senior mit seinen 82 Jahren Lebenserfahrung und die junge Frau, die mitten im Arbeitsleben steht, haben schnell den Kontakt aufgebaut und werden den Tag mit langen aber kurzweiligen Gesprächen verbringen. Der ehemalige Kriminalkommissar lebt im Pflegeheim Kurt-Schumacher Zentrum der AWO und die junge Dame ist aufstrebende Kraft beim internen Management des Thyssenkrupp-Konzerns. Was beide zusammenbrachte ist der „Social Day“ der Konzernabteilung, bei dem die Mitarbeiter über den Firmen-Tellerrand hinausblicken, sich sozial engagieren sollen und sich so neue Kompetenzen aneignen.

Rund 50 Thyssenkrupp-Mitarbeiter zeigten jetzt für einen Tag bei der Essener AWO, zu welchen Leistungen Kaufleute, Manager oder Ingenieure im sozialen Bereich fähig sind.

In den vier AWO-Pflegeheimen Kurt-Schumacher-Zentrum, Marie-Juchacz-Haus, Otto-Hue-Haus und Friedrich-Ebert-Zentrum übernahmen die Konzernmitarbeiter soziale Aufgaben. Erklärter Wille der ehrenamtlichen Zusatzkräfte war es, dass die in den Häusern betreuten  Menschen möglichst etwas bekommen sollten, was über den normalen Heimalltag hinausgeht. So wurde zum Beispiel einer Gruppe mehr oder minder bewegungseingeschränkter Bewohner des Kurt-Schumacher-Zentrums ein Ausflug in die Gruga geschenkt. Jeder Social-Day-Praktikant fuhr dabei jeweils seinen Bewohner-Partner durch die Grüne Lunge Essens. Dahlien-Arena, Gruga-Turm oder der ehemalige Blumenhof, schnell wurden mit den „jungen Leuten“ Erinnerungen ausgetauscht. Besonders gut verstanden sich Linda und Uwe. Der ehemalige Polizist  bewies bei seinen Kriminalgeschichten, dass Humor auch im Alter nicht nachlässt.

Im Holsterhauser Otto-Hue-Haus und im Marie-Juchacz-Haus in Haarzopf waren neben sozialen auch handwerkliche Fähigkeiten gefragt. Während es in Holsterhausen darum ging, gemeinsam mit den Senioren einen Sinnesgarten anzulegen, wurde in Haarzopf ein Gartenhaus aufgebaut. Hier waren die Hausbewohner meist Zuschauer, freuten sich aber auf das kleine Grillfest, mit dem der Neubau gemeinsam eingeweiht wurde. Bei Würstchen und Getränken, kamen auch hier Alt und Jung schnell ins Gespräch.

Dass Musik und Sport die Menschen verbinden, wurde im Friedrich-Ebert-Zentrum in Altenessen wieder einmal unter Beweis gestellt. Zumba nennt sich die Musik-getriebene Bewegungsform, die schon beim Zuschauen Schweißperlen auf der Stirn perlen lässt. Einen ganzen Tag lang hatte in der Senioren-Gruppe jeder einen jungen „Personal Trainer“ von Thyssenkrupp, der für Motivation, neue Bewegungen und viel gemeinsames Lachen sorgte. Angeleitet von der Übungsleiterin Patricia Kluh, übte die Gruppe für den nachmittäglichen Auftritt der altersgemischten Zumba-Truppe. Was nicht trainiert werden musste, war die Zuneigung, die manche Tanzpaare füreinander entwickelten. Da knisterte es schon beim Abschiedskaffee und manche kleine Träne wurde schnell versteckt.

Sowohl die Thyssenkrupp-Mitarbeiter als auch die AWO-Kräfte konnten eine äußerst positive Bilanz des sozialen Tages-Einsatzes ziehen. „Ich habe schon bei der Vorstellung der Arbeiterwohlfahrt am Morgen gemerkt, dass hier die Bereitschaft da ist, sich auf andere einzulassen und sozial zu handeln. Die Erfahrungen diese Tages zeigen, dass es bei der Aktion Social Day nur Gewinner gibt“, fasst AWO-Geschäftsführer Oliver Kern die Eindrücke des Tages zusammen. Die größte Freude herrschte sicher bei den Bewohnern, die diesen Tag, die neuen Kontakte und die guten Gespräche so schnell nicht wieder vergessen werden.

Autor Peter Marnitz
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