Seit 20 Jahren werden Stadtteilmütter von der AWO betreut

Wo sie aktiv werden, bringen sie buchstäblich immer einen ganzen Rucksack voller Informationen, Tipps und Hilfen mit. In vielen Kindertagesstätten ist die Arbeit der „Stadtteilmütter“ nicht mehr wegzudenken. Vor 20 Jahren wurde das „Rucksack-Projekt“, bei dem Frauen die Aufgabe übernahmen, zwischen Eltern mit Migrationshintergrund und Kindertageseinrichtungen zu vermitteln, aus der Taufe gehoben. Als Versuch auf Zeit gestartet haben sich die „Stadtteilmütter“ zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Von Anfang an dabei war die Familienbildung der Essener AWO, die für einen Großteil der Essener „Stadtteilmütter“ zum Heimathafen wurde.

Mit einem Empfang in der 22. Etage des Rathauses wurde jetzt der Einsatz der engagierten Mütter, die meist selbst einen Migrationshintergrund haben, in festlichem Rahmen gefeiert.

Oberbürgermeister Thomas Kufen lobte in seiner Ansprache den Einsatz der engagierten Frauen, die sich als erfolgreiche Vermittler zwischen den unterschiedlichen Kulturen erwiesen haben. Erwähnt wurde auch das Engagement der Essener Arbeiterwohlfahrt und des katholischen Bildungswerks, die in Essen Partner der Stadt für dieses Projekt sind. In einem kleinen Rollenspiel machten die Mütter deutlich, welche Aufgaben sie bei ihrer Arbeit häufig lösen. Ganz wichtig sei es, so Ayla Dil, eine der Stadtteilmütter, die seit Beginn des Projektes von der AWO betreut werden, die Sprache richtig zu erlernen: „Nur so kann man hier heimisch werden und Erfolg in Kita, Schule und dem Berufsleben haben.“ Weiter sei es wichtig, gegenseitiges Verständnis für unterschiedliche Kulturen zu entwickeln.

Mit ihren Aufgaben stehen die Stadtteilmütter nicht allein da, so Wilhelm Dibow. Leiter der AWO Familienbildung: „Bei uns sorgt Eugen Siepmann von Anfang an dafür, dass die Frauen wöchentlich mit Fortbildungen bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt werden.“ Dabei ist zwischen Siepmann und den Stadtteilmüttern im Laufe der Jahre ein Vertrauensverhältnis entstanden und er wird von vielen Beteiligten als „großer Bruder“ respektiert.

Welche positiven Auswirkungen das Rucksack-Projekt“ auf die praktische Arbeit in den Kindertagesstätten hat, schilderte Stephan Henkel, Leiter der Katernberger AWO Kita Neuhof : „Der Kontakt zu Eltern mit Migrationserfahrung wird deutlich einfacher. Auch bei den Kindern funktioniert der Erwerb der deutschen Sprache viel schneller und reibungsloser.“

Viel Lob für ein Projekt, das, so Wilhelm Dibow, auch durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den städtischen Stellen zum Erfolg wurde.

 

Informationen der Stadt Essen zum Rucksack-Programm „Stadtteilmütter“:

Das Rucksack-Programm in der Kita ist ein Elternbildungsprogramm. Es richtet sich an Eltern mit Migrationshintergrund und ihre Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die eine Kindertageseinrichtung besuchen sowie an die Kindertageseinrichtungen, die von diesen Kindern besucht werden. Die Eltern/Mütter treffen sich wöchentlich für circa zwei Stunden in der Rucksackgruppe in der Kindertageseinrichtung, die ihre Kinder besuchen.

Autor Peter Marnitz
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