Radwerkstatt weiß immer Rat

Lennox hat ein neues gebrauchtes Fahrrad bekommen und Ahmed hat es unter fachkundiger Anleitung geschafft, seinen „Drahtesel“ selbst wieder in Schwung zu bringen. Seit Anfang der Woche hat die mobile Fahrradwerkstatt der evangelischen Gemeinde Borbeck-Vogelheim auf dem Hof des Jugendzentrums Schonnebeck des Essener Jugendwerks der AWO ihr Reparatur-Zelt aufgeschlagen.

Jeweils von 14 bis 18 Uhr sind Kinder und Jugendliche eingeladen, in lockerer Atmosphäre sich Rat beim Reparieren des eigenen Zweirades zu holen. Und wessen Rad einen Totalschaden hat oder wer kein eigenes Zweirad sein Eigen nennt, auch dem kann geholfen werden. Schon zehn von der mobilen Werkstatt aufgemöbelte Spenden-Räder wechselten in Schonnebeck den Besitzer und sorgten für ein neues Mobilitätsgefühl.

Wie so manche gelungene Kooperation ist die Zusammenarbeit zwischen der Fahrradwerkstatt, die als Qualifizierungsmaßnahme vom Jobcenter gefördert wird, und dem Kreisjugendwerk der AWO Essen eher per Zufall entstanden. Am Tisch der WG, in der Martin Bolten, Sozialarbeiter im Schonnebecker Jugendzentrum des AWO Jugendwerks, und Martin Rademacher, der bei der evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim beschäftigt ist, zusammen wohnen, entstand die Idee, die Fahrradwerkstatt und die Jugendeinrichtung zusammenzubringen.

Schon nach den ersten Tagen kann Axel Hamann, Leiter des Schonnebecker Jugendzentrums, eine positive Bilanz ziehen: „Trotz der Hitze kamen immer um die zwei Dutzend Kinder und Jugendliche hierher, um gemeinsam mit den äußerst motivierten Mitarbeitern der Werkstatt ihre Räder wieder auf Vordermann zu bringen. Sichere Fahrräder ermöglichen es gerade jungen Menschen, ihre weitere Umgebung zu erkunden und sich so aufgehobener im Stadtteil zu fühlen.“ Auch Lorant Jeschina, der als gelernter Zweiradmechatroniker die mobile Werkstatt leitet, ist zufrieden mit der Kooperation: „Gerade hier treffen wir Kinder und Jugendliche, denen wir mit unserer Arbeit wirklich helfen können.“

Nach dem positiven Auftakt wird aktuell über eine weitere Zusammenarbeit nachgedacht. Die Idee,  demnächst regelmäßige Besuche der mobilen Fahrradwerkstat in Schonnebeck zu organisieren, hat große Chancen auf Verwirklichung.

Zur Abschlussveranstaltung der Fahrrad-Reparaturwoche laden das Jugendwerk und die Fahrradwerkstatt am Samstag, 11. August von 15 bis 18 Uhr auf den Karl-Meyer-Platz ein. Wer, ob alt oder jung, dort sein Fahrrad reparieren lassen möchte, zahlt lediglich die Materialkosten.

Autor Peter Marnitz
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