Konsumkritik auf den Ohren – Kunstprojekt im Julius-Leber-Haus sucht Jugendliche

Für „ich kauf mir was“ werden Mitstreiter*innen im Alter von zwölf bis 18 Jahren gesucht

Grafik/Bilder: Josephine Raschke/Jörg Gröger/Pixabay

Die beiden Künstlerinnen Josephine Raschke und Josefine Rose Habermehl wollen im Julius-Leber-Haus der AWO an der Meistersingerstraße 50 gemeinsam mit Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren das zwölfte Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, also den „Nachhaltigen Konsum“, unter die Lupe nehmen. Die Teilnehmer*innen von „ich kauf mir was“ sollen sich in dem Projekt das Thema erarbeiten, künstlerisch verarbeiten und in einem Audiowalk durch die „Einkaufsstadt“ Essen präsentieren. Das Projekt ist kostenlos und es wird für Verpflegung während der Treffen gesorgt. Startschuss ist voraussichtlich der kommende Mai, ab dann sind wöchentlich Treffen im AWO Bürgerhaus oder online geplant, die sich über den Zeitraum von sieben Monaten erstrecken sollen. Interessierte können sich ab sofort und noch bis zum 6. April per Email an josefine.habermehl@atelierautomatique.de anmelden. Im April soll es ein erstes Treffen geben. Das Projekt findet statt im Rahmen des Programms „Wege ins Theater“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Mit der Bewegung Fridays For Future haben Jugendliche aus aller Welt eine enorme Aufmerksamkeit für nachhaltiges Handeln angeregt. Der Konsum spielt hier eine besonders große Rolle. Viele Produkte bestehen aus Ressourcen, die entweder knapp sind, oder die in der Herstellung, in der Nutzung und auch in der Entsorgung unserem Planeten und somit auch unserer Gesundheit nachhaltig schaden. Viele Produkte werden unter menschen- und umweltverachtenden Bedingungen hergestellt und zielen auf schnelle Gewinne und wenig Haltbarkeit.

Die Künstlerinnen werden eine inhaltliche Rahmung setzen und durch die Bereitstellung von Informationen und durch künstlerische Übungen die Jugendlichen anleiten. Gemeinsam mit Josephine und Josefine werden die Teilnehmer*innen das Thema Konsum bearbeiten, künstlerische Strategien erproben, die Stadt beobachten, Theater spielen und schauen, die Kunstform Audiowalk verstehen, Audioschnitttechniken erlernen, Gespräche führen und jede Menge Spaß haben. Das Ergebnis soll der Audiowalk sein: Ein Audiowalk ist eine Art Spaziergang, bei dem man durch Sprache, Musik oder andere Tonsignale geführt wird. Meistens sind die Teilnehmer*innen mit Kopfhörern ausgestatten und sie hören Geschichten an verschiedenen Stationen auf dem Weg. Auch die Wegbeschreibung „erhöhren“ sie sich. Bei der Gestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Formen des Audiowalks – für Gruppen oder auch solche, die man ganz allein mit dem eigenen Smartphone erleben kann.

Neben der AWO, welche Räume und PC-Arbeitsplätze zur Verfügung stellt, kooperieren die Künstler*innen auch mit dem Schauspiel Essen. Die Gruppe darf gemeinsam zwei Stücke besuchen und bekommt zusätzlich die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen.

Autor Markus Grenz/Josephine Raschke/Josefine Rose Habermehl
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