Geflüchtete Mütter leiden unter Pandemie und bringen Gefühle zu Papier

Zeichnungen der Teilnehmerinnen des Projektes „Gemeinsam Sprache lernen“

Die Corona-Pandemie stellt Familien vor große Herausforderungen. Von den Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens zur Eindämmung der Pandemie, besonders von der Schließung der Kitas und Schulen, sind arabische Familien, die vor einigen Jahren vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland geflüchtet sind, in hohem Maße betroffen. Sie stehen vor Belastungsmomenten, die sie allein nicht bewältigen können. In dieser schwierigen Zeit steht die AWO-Familienbildung Müttern, die am Projekt „Gemeinsam Sprache lernen“ teilnehmen, zur Seite. Die Kursleiterinnen stehen in ständigem Kontakt mit den Teilnehmerinnen. Die Kommunikation läuft über verschiedene soziale Medien (Zoom, Jitsi, Messenger, Handy, E-Mail, etc.).

Viele Mütter berichten über ihre Ängste in der Pandemie, Überforderung mit Distanz-unterricht und Sorgen um die Sprachkompetenz ihrer Kinder, die sich infolge der Schulschließung verschlechtert hat. Während der Anleitung mit den Kursleiterinnen kam die Idee, den Müttern vorzuschlagen, über ihre Erlebnisse in der Pandemie schriftlich zu berichten oder ihre Gefühle dazu auf eine künstlerische Art darzustellen. Die Idee fand große Zustimmung. Die Mütter fingen daraufhin an, ihre Ängste, Stressmomente und vieles mehr zu Papier zu bringen. Daraus ist eine Reihe von Zeichnungen entstanden, die die Belastungsmomente der Familien in Quarantäne beschreiben. Auf einem Bild ist z.B. eine Mutter zu sehen, die wegen der vielen Aufgaben überfordert ist und um Hilfe bittet. Andere Bilder drücken den Dank für die Unterstützung aus, die die Familien von „Gemeinsam Sprache lernen“-Mitarbeiterinnen und -Verantwortlichen erhalten.

Zum Hintergrund: Die Kursleiterinnen bei „Gemeinsam Sprache lernen“ haben den Auftrag, die Mütter bestmöglich zu unterstützen, damit diese den Alltag stress- und gewaltfrei bewältigen können. Die Mitarbeiterinnen übersetzen aktuelle Informationen im Umgang mit dem Coronavirus ins Arabisch und leiten sie weiter. Die Mütter bekommen Impulse (u.a. Bastel-, Mal- und Spielideen), wie sie ihre Kinder zu Hause beschäftigen. In einigen Fällen, in denen Mütter Angstgefühle entwickeln, übernehmen die Kursleiterinnen die Aufgabe eines Seelsorgers. Außerdem finden Fragen der besorgten Mütter beim Team von „Gemeinsam Sprache lernen“ immer ein offenes Ohr.

Autor Fatima Drissi/Markus Grenz
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