Beim 1. Mai-Kulturfest auf Zeche Carl machen AWO und Mietergemeinschaft Wohnungsnot zum Thema

„Bezahlbares Wohnen für alle“, war ein Thema des Internationalen Kulturfestes, das wieder traditionell am 1. Mai auf Zeche Carl gefeiert wurde. Das passte gut zum aktuellen Motto des diesjährigen Festes: „Frieden – Solidarität – Gerechtigkeit“. So traf am Nachmittag die Podiumsdiskussion, bei der AWO Geschäftsführer Oliver Kern und Siw Mammitzsch, Geschäftsführerin Mietergemeinschaft Essen, ihre Vorstellungen erläuterten, wie den Problemen auf dem Essener Wohnungsmarkt beizukommen sei, auf breites Interesse des Publikums.

Zwischen zwei Musik-Auftritten drängten sie die Gäste vor der großen Freiluft-Bühne, um mehr über das Tehma zu erfahren. Unter der Moderation des Altenessener SPD-Ratsherrn Karl-Heinz Endruschat kamen Mammitzsch und Kern schnell auf den Punkt und forderten eine deutliche Ausweitung des geförderten Wohnungsbaus.

Siw Mammitzsch machte deutlich, dass in Essen von einstmals 90000 Sozialwohnungen nur noch rund 18000 Wohnungen mit entsprechender Sozialbindung auf dem auf dem Markt seien. Es würden zwar viele Neubauten entstehen, ein Großteil davon seien aber 1-2 Familienhäuser, die für Privatleute entstehen und nicht als preiswerter Wohnraum dienen können.

Oliver Kern stellte ohne Wenn und Aber die Forderung auf, dass mit einem Bündel von Maßnahmen der geförderte Wohnungsbau massiv gesteigert werden muss: „Auf allen neuen Wohnbauflächen muss eine Quote von mindestens 40 Prozent an gefördertem Wohnungsbau festgeschrieben werden. Das gilt ganz besonders für den Essener Süden, wo es noch viele Baumöglichkeiten gibt!“ Für Moderator Endruschat, der auf die Schwierigkeiten konkreter Politik verwies, hatte Oliver Kern eine ganz klare Ansage: „Gesetzte und Regeln sind nicht gottgegeben und fallen nicht vom Himmel, sie werden von Menschen gemacht. Die Politik hat die Aufgabe, ganz konkret die Probleme der Menschen zu lösen. Dazu gehört es, den Wohnungsmarkt nicht den Regeln des Kapitalismus auszuliefern, sondern Regeln zu schaffen, um jedem Menschen ein würdiges Wohnen zu ermöglichen.“

Ganz Konkret engagiert sich die Essener AWO unter anderem mit dem DGB im Bündnis für bezahlbaren Wohnraum. Auch mit eigenen Projekten fördert der Essener AWO Kreisverband Projekte für geförderten Wohnraum.

Autor Peter Manitz
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