AWO ist bestürzt über Kliniken-Schließung im Essener Norden

Geschäftsführer Oliver Kern: Contilia kommt gesellschaftlicher Verantwortung nicht nach!

Bestürzt zeigt sich die Essener AWO über die Ankündigung von Kliniken-Betreiberin Contilia, das Marienhospital in Altenessen und das Vincenz Hospital in Stoppenberg zu schließen. Geschäftsführer Oliver Kern: „Diese Nachricht ist für alle Menschen ein Schlag ins Gesicht, die sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse im Essener Norden bemühen.“ Klaus Johannknecht, Vorsitzender des Kreisverbandes der AWO Essen und langjähriger Lokalpolitiker, ergänzt: „Ich bin fassungslos. Es zeigt sich erneut, dass es ein großer Fehler ist, sich bei der gesundheitlichen Versorgung der Stadtteile derart abhängig von privaten Investoren zu machen.“

Gerade für den sozial gebeutelten Essener Norden seien die angekündigten Schließungen nicht nur ein katastrophales Signal, sondern schlügen eine gewaltige Brache in den Norden. „Wir haben durch unsere Klientel viel Einblick in die Lebenssituationen vor Ort und sehen de facto die Daseinsvorsorge in den Stadtteilen nördlich der A40 nicht mehr in ausreichendem Maß gewährleistet“, stellt AWO Geschäftsführer Oliver Kern fest: „Die Betreiberin Contilia kommt ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nach.“ Für Klaus Johannknecht dürfe „der Norden nicht aus reinem Gewinnstreben wieder einmal abgehängt werden“.

Besondere Brisanz in der Entscheidung der Contolia-Gruppe sieht die AWO Führungsspitze in dem Umstand, dass die Ankündigung mitten in die Corona-Pandemie falle. Oliver Kern: „Es sollte doch gerade nach den vergangenen Monaten auch dem Letzten klargeworden sein, dass die Gesundheitslandschaft auf- und nicht abgebaut werden muss.“ Großes Bedauern empfindet er für die Mitarbeiter, die nun um ihre Jobs fürchten müssen. Kern: „So werden aus den Helden von gestern die Deppen von morgen. Das ist ganz ganz bitter.“

Autor Markus Grenz
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