AWO-Fischessen: Flagge zeigen für eine gerechte Gesellschaft

Die Vorteile eines geeinten Europa, die Verteilungsungerechtigkeit in unserer Gesellschaft oder die Wege zu einem chancengleichen Bildungssystem, die Bandbreite der Themen ist traditionell breit gefächert, wenn der Essener Kreisverband der AWO am Aschermittwoch zum Fischessen einlädt. Das war auch jetzt bei der 37. Auflage dieser Veranstaltung so. Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft trafen sich im Kurt-Schumacher-Zentrum der AWO in Überruhr, um einerseits den Gastvorträgen zu lauschen und anderseits selbst Kontakte zu knüpfen und Gespräche zu führen. Moderiert wurde die Veranstaltung von AWO Geschäftsführer Oliver Kern.

In seiner Begrüßungsansprache machte der AWO Kreisvorsitzende Klaus Johannknecht deutlich, dass die Arbeiterwohlfahrt, seit sie vor 100 Jahren von Marie Juchacz gegründet wurde, immer noch vor dem selben Problem stehe, nämlich, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klaffe. Dagegen wehre sich die Essener AWO mit Taten, aber auch mit konkreten Forderungen.

Die nahm auch Thomas Kutschaty, Essener SPD-Vorsitzender und Oppositionsführer im NRW-Landtag, auf. Er erinnerte an die streitbare Politikerin Marie Juchacz, die als erste Frau im ersten demokratisch gewählten Parlament in Deutschland eine Rede hielt. Kutschaty betonte auch, dass es in unserer Gesellschaft ein Unding sei, dass die Bildungschancen immer noch wesentlich von der Herkunft des Kindes abhängig sei. Und diese Ungerechtigkeit ziehe sich bis zum Rentenalter hin. Es dürfe auch nicht sein, dass in Vollzeit arbeitende Menschen von Sozialleistungen abhängig seien, um eine Familie ernähren zu können.

Als weiterer Gastredner hielt der Essener SPD Europaabgeordnete Jens Geier ein engagiertes Plädoyer für die Einigung Europas. Europa bringe den Menschen Frieden, Sicherheit und wirtschaftlichen Fortschritt. Es sei aber in heutigen Zeiten schwer, gegen die fest zementierten Vorurteile anzukämpfen. An konkreten Beispielen aus dem Essener Norden belegte Geier, wie auch Essen direkt von den europäischen Institutionen profitiere.

Dafür erhielt er viel Beifall, unter anderem auch von Oberbürgermeister Thomas Kufen, der auch in diesem Jahr wieder den Aschermittwoch beim AWO Fischessen verbrachte. Auch das Ehepaar Ricarda und Thomas Stauder (Brauerei) gehört zu den Stammgästen der Veranstaltungsreihe. Besonders Ricarda Stauder pflegt regelmäßige Kontakte zur AWO, da sie sich mit ihrem privaten Freundeskreis für Kinder im Essener Norden engagiert.

Kulinarischer Höhepunkt des Tages war das kalt-warme Fischbüffet, das das Küchenteam des Kurt-Schumacher-Zentrums mit Matjes. Lachs, Steinbeißer, Gambas und vielen anderen Zutaten gezaubert hatte.

Autor Peter Marnitz
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