AWO begrüßt Initiative zu Verbesserungen in der Paketbranche

Es darf in einer Gesellschaft, die sich sozial nennt, nicht sein, dass Menschen ohne Absicherung zu Hungerlöhnen arbeiten müssen.“ Der Kreisvorsitzende der Essener AWO Klaus Johannknecht und AWO Geschäftsführer Oliver Kern begrüßen damit die Initiative von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, per Gesetz für korrekte Arbeitsbedingungen und Sozialstandards in der hart umkämpften Paketbranche zu sorgen. Die aktuelle Entscheidung der Koalition für diesen Vorstoß sei, so die Essener AWO, schon längst überfällig gewesen.

Vor dem Hintergrund, dass schon zu gesetzeskonformen Bedingungen Beschäftigte heute oft nicht von einer Vollzeitstelle leben können, hält Kern die Arbeitsbedingungen vieler  Paketboten, die bei Subunternehmern ohne ordentlich abgeführte Sozialabgaben weit unterhalb des Mindestlohns schuften müssen, für skandalös.

„Die AWO als Arbeitgeber verhält sich bei jedem einzelnen Mitarbeiter tariftreu, auch wenn wir für die Erfüllung unserer Aufgaben oft noch Geld mitbringen müssen. Da sind die Vorgänge in der Paketbranche eine zynische Form des Kapitalismus, der mit der so oft propagierten Marktwirtschaft nichts zu tun hat“, begründen Kern und Johannknecht ihre klare Positionierung: „Seit Jahren machen wir mit unserer Kampagne zu Arm und Reich deutlich, dass die Schere des Einkommens und des Vermögens in unserer Gesellschaft immer weiter auseinandergeht. Wir sind froh, dass der Arbeitsminister diese brutalen Auswüchse mit entsprechenden Gesetzen verhindern will. Wir dürfen aber auch grundsätzlich die wachsende Ungerechtigkeit der Gesellschaft, die sich zum Beispiel auch auf dem Wohnungsmarkt widerspiegelt, nicht aus den Augen verlieren.“

 

 

Autor Peter Marnitz
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