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Der Stadtteil Essen-Katernberg war geprägt durch den Bergbau und die Zeche Zollverein. Die Kohleförderung bot den im Stadtteil lebenden Menschen lange Zeit eine gesicherte Existenz. Mit dem Niedergang des Bergbaus änderte sich die Situation dramatisch. Als die Zeche Zollverein im Jahre 1986 ihre Förderung einstellte, begann ein bis heute andauernder sozialer Abstieg in diesem Wohnbereich. Arbeitslosigkeit und Abwanderung in strukturstärkere Gegenden verringerten die Kaufkraft vor Ort und bedingten einen Wegzug von Kleingewerbe und Einzelhandel, sowie eine parallel einhergehende Schwächung des privaten Infrastrukturangebotes. Durch die wirtschaftliche Abwertung und das verfallende Preisniveau begann in Essen-Katernberg ein bis heute andauernder Abwärtstrend, der im Umkehrschluss die Attraktivität des Stadtteiles für einkommensschwache und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen erhöhte und deren Zuwanderung bedingte.
Aufgrund dieses latent fortschreitenden Prozesses entwickelte sich Essen-Katernberg zu einem "Problem-Stadtteil". Er ist ein Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf. Neben unauffälligen Wohnvierteln entstanden/entstehen in diesem Bereich kleinräumig konzentrierte Armutsinseln, die mit dem Begriff Stadtteil nur unzureichend signifizierbar sind. Insbesondere in diesen "Sozialräumen" werden die sozialen Dienste immer häufiger mit massiven und vielschichtigen familiären Problemlagen konfrontiert, die in Wechselwirkung mit den wirtschaftlichen Benachteiligungen und sozialräumlichen Belastungen zu schwerwiegenden Sozialisationsstörungen bei Kindern und Jugendlichen führen. In diesem Zusammenhang sind vor allem fehlende Geborgenheit, Vernachlässigung, Ablehnung, körperliche und seelische Misshandlungen, Verwöhnung, gegensätzliches und inkonsequentes Erziehungsverhalten, emotionale Spannungen, sowie Trennung und Scheidung der Eltern, aber auch negatives Vorbildverhalten in Bezug auf die Einhaltung von Regeln und Normen, zu nennen. Darüber hinaus weist der Stadtteil eine überdurchschnittliche Konzentration alleinerziehender und ausländischer BewohnerInnen aus. Diese Prozesse räumlicher Problemkonzentration führen zu Verlust von Ansehen, Selbstbewusstsein und begünstigen Rückzug und destruktive Reaktionen der BewohnerInnen in diesen Quartieren.