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Dem Aufbau eines Jugendhilfe-Netzwerks in Essen-Katernberg gingen eine Reihe von Ereignissen, Überlegungen und Initiativen voraus, die für das Verstehen der Rahmenbedingungen, unter denen das Projekt realisiert wird, von Bedeutung sind. Im einzelnen sind hier zu nennen:
Diese Vorbedingungen legten es der Arbeiterwohlfahrt nahe, ein Modellprojekt zu initiieren, das in einer definierten Modellregion Erfahrungen sammeln und systematisch aufbereiten sollte. Durch Verknüpfung von verschiedenen Ansätzen der Jugendhilfe sollten nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen für Jugendliche in einem Stadtteil zu erreichen werden. Die Wahl des Standorts fiel auf Essen-Katernberg.
In den Jahren 1997 bis 1998 wurde daher mit Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales ein entsprechendes Modellprojekt finanziert. Nach Auslaufen der erfolgreichen Modellphase wurde der Arbeitsansatz auf kommunaler Ebene weiterfinanziert.
Die Vernetzung im Stadtteil umfasst heute eine Vielzahl von Organisationsformen und hat zwischenzeitlich einen enormen Komplexitätsgrad erreicht, der u.a. auf vielschichtigen multilateralen Arbeitszusammenhängen zwischen den einzelnen Organisationsformen beruht. Zur Entwicklung und Umsetzung einzelner Projekte haben sich inzwischen 50 themenbezogene Projektgruppen gebildet, deren Federführung, Mitarbeit jeweils abhängig von konkreten Maßnahmen ist (Schulhofumgestaltung, Triple Z, Beschäftigungsprojekte, Krankenpflegehilfe, Dienstleistungstausch, themenorientierte Runde Tische zu Themen wie Jugendhilfe, Drogen, Kriminalität etc.).
Im Jahr 2001 gründeten die in Essen tätigen Freien Träger gemeinsam mit dem kommunalen Jugendamt den "Kooperationsverbund freier und öffentlicher Träger."
Unter anderen wurden die Hilfen zur Erziehung gem. § 27 KJHG ff. flächendeckend entsäult und auf der Basis des Ansatzes flexible sozialräumlicher Hilfen neu konzipiert. Das vorhanden zentralisierte Personal wurde in entsprechende Sozialräume im Stadtgebiet in sogenannte Flexteams dezentralisiert.
Einmalig an dieser Entwicklung ist sicherlich die Tatsache, dass Mitarbeiter der freien und des öffenlichen Trägers, unter Beibehaltung der Trägerhoheit, gemeinsam in einem Team arbeiten.
Für das Jahr 2003 bestehen Pläne, diese Flexteams an drei weiteren Modellstandorten um die Ressourcen Prävention und Vernetzung zu ergänzen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung soll evaluiert werden, ob sich der positive Einfluss vernetzender und präventiver Arbeit kostensenkend auf die Hilfen zur Erziehung auswirkt. Die bislang erzielten Ergebnisse in Essen-Katernberg geben hierzu berechtigten Anlass.