Modellprojekt "Aktiv im Alter"

AKTIV IM ALTER“

Modellprojekt zur

  • Erhöhung der gesellschaftlichen Teilhabe der Senioren mit Migrationshintergrund und ihres bürgerschaftlichen Engagements
  • interkulturellen Sensibilisierung und Öffnung der Altenhilfeeinrichtungen in Essen

A. „Internationaler Treff“ für ältere Migranten und Aussiedler im Essener Norden

Die Zielgruppe „Senioren mit Migrationshintergrund“ in Essen ist präsenter als angenommen. Die meisten der ehemaligen Gastarbeiter verbringen ihren Lebensabend und die wohlverdiente Ruhezeit hier in Deutschland. Die Gründe dafür sind vielfältig: die Familien leben mittlerweile hier, die Gesundheits-versorgung ist hier viel besser, die gewohnte Umgebung, die Familie oder die gewachsene Nachbarschaft möchten sie nicht aufgeben. Nach Angaben des Essener Amtes für Statistik leben in der Stadt weit über 20.000 Senioren mit Migrationshintergrund.

Im Rahmen des von der Stiftung Wohlfahrtspflege geförderten Modellprojektes „Aktiv im Alter“ nahm der internationale Treff der AWO Essen im Essener Norden seinen Betrieb auf. Mit internationalen Treff will die AWO älteren Migranten und Aussiedlern im Essener Norden mehr gesellschaftliche Teilhabe durch gezielte Maßnahmen ermöglichen. Jede Woche treffen sich bereits türkische und russisch-sprechende Senioren, um gemeinsamen Interessen und Freizeitaktivitäten nachzugehen und an Gesundheits-, Renten-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen, gegebenfalls in der Muttersprache teilzunehmen.

Insbesondere mit einem ehrenamtlichen Pflegelotsenpool, das aus engagierten jungen Migranten besteht, werden Migrantenfamilien, insbesondere pflegende Migrantinnen durch Informationen über Pflege und ambulante Hilfen unterstützt. Dafür werden junge Migranten in Seminaren zu Pflegelotsen geschult.

Begegnungsveranstaltungen und -feste mit deutschen Senioren, um älteren Migranten Kontakte im Stadtteil zu ermöglichen sowie die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements sind weitere Ziele des Projektes. Das Projektteam hat sich ebenso die Sensibilisierung der Einrichtungen der Altenhilfe auf die unzureichende Versorgungslage der Senioren mit Migrationshintergrund vorgenommen.

B. Mehr gesellschaftliche Teilhabe durch gezielte Maßnahmen

Das Modellprojekt AKTIV IM ALTER“ ermöglicht den Senioren in folgenden Bereichen mehr gesellschaftliche Teilhabe:

  • Gesundheitsinforeihe über Krankheiten und das frühe Altern für Senioren mit Migrationshintergrund
  • ehrenamtlicher Pflegelotsenpool, um einerseits die Familien, insbesondere Frauen, durch Informationen über Pflege und ambulante Hilfen zu unterstützen und andererseits das ehrenamtliche Engagement unter jungen Migranten zu fördern. Dazu werden junge engagierte Migranten in Seminaren zu Pflegelotsen geschult
  • Kreative Freizeitangebote zur Vermeidung sozialer Abgrenzung (in Form von Sport-, Bewegungs-, Ernährungskursen, Sport, Gedächtnistraining, gemeinsame Unternehmungen wie Museum-, Konzert-, Theaterbesuche)
  • Begegnungsveranstaltungen und -feste mit deutschen Senioren, um Kontakte im Stadtteil zu ermöglichen
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements
  • Heranführung der Zielgruppe an die ambulanten Pflegedienste
  • Sensibilisierung der Regeleinrichtungen auf die unzureichende Versorgungslage der Senioren mit Migrationshintergrund
  • Eingliederung der Arbeit mit Senioren mit Migrationshintergrund in die Strukturen der AWO Essen

C. Wichtige Projektschritte

C.1. Vorsorgeordner: Vorbereitung der Senioren und Familien auf die Vorbeugungsmaßnahmen in Abschiedszeiten

Mit einem mehrsprachigen Vorsorgeordner werden Senioren über die Präventionsmaßnahmen bei Krisen, Krankheit, Älterwerden, Sterben, Tod und Trauer in Abschiedszeiten informiert.

C.2. Sensibilisierung und Öffnung der Regeleinrichtungen

Die Sensibilisierung der Regeleinrichtungen auf die unzureichende Versorgungslage der Senioren mit Migrationshintergrund ist ein wichtiges Ziel des Modellvorhabens. Ein Expertengesprächskreis sowie eine kommunale Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Kommune und den Trägern der Altenhilfe zur Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Versorgungslage finden regelmäßig statt.

C.3. Aufbau eines Pflegelotsenpools und Entwicklung eines Curriculums

Mit einem ehrenamtlichen Pflegelotsenpool werden Migrantenfamilien über Pflege und ambulante Hilfen regelmäßig informiert. Dabei werden junge engagierte Migranten in Seminaren zu Pflegelotsen geschult. Durch das ehrenamtliche Engagement lernen junge Migranten den Pflegebereich näher kennen. Daraus werden für einige künftig berufliche Perspektiven entstehen.

D. Nachhaltige Effekte des Vorhabens „Aktiv im Alter“:

Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wichtiges Ziel des Vorhabens. Die unmittelbaren Ziele des Modellvorhabens sind die folgenden:

  • Sensibilisierung sowie interkulturelle Öffnung der Regeleinrichtungen im Bezug auf die unzureichende Versorgungslage der älteren Migranten
  • Befähigung älterer Migranten zur Inanspruchnahme bestehender Angebote im Regelsystem
  • Empowerment: Förderung der Eigenverantwortung und Strukturen zur Selbsthilfe: die vorhandenen sozialen Netzwerke, solidarische Hilfen in den Migrantencommunities werden gebündelt und für die Verbesserung der Versorgung eingesetzt.
  • Erhöhung der gesellschaftlichen Teilhabe durch Entlastung der weiblichen Angehörigen, die die Pflege und Versorgung der Senioren verrichten
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements und Verhinderung der Ausgrenzung im benachteiligten Stadtteil
  • Qualifizierung von Multiplikatoren sowie Förderung des bürgerschaftlichen Engagements bei jungen Migranten und Unterbreitung von beruflichen Perspektiven für sie durch das Engagement im Pflegelotsenpool
  • Eingliederung der Seniorengruppen mit Migrationshintergrund in die Strukturen der AWO-Essen
  • Entwicklung von Präventionsmaßnahmen für die Abschiedszeit insbesondere durch die Vorstellung des Vorsorgeordners vom AWO Bezirksverband Niederrhein e.V., dessen türkische und russische Ausgaben von der Stiftung Wohlfahrtspflege finanziert wurden.

F. Standort und Termine:

Im Rahmen des Projektes wurden Seniorengruppen mit türkisch-, serbo-kroatisch- und russisch-sprechenden Senioren gebildet. Diese Gruppen treffen sich wöchentlich, gemeinsamen Interessen und Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Standort:

Altenessenerstr. 507

45326 Essen

U Bahn II. Schichtstrasse

Termine für die Seniorengruppen:

  • Türkische Senioren: Dienstags um 14:00 Uhr
  • Aussiedler und russischsprechende Senioren: Mittwochs um 10:00 Uhr
  • Ex-jugoslawische Senioren: Donnerstags (in Planung)
  • Gemeinsame Unternehmungen und Sport für alle Seniorengruppen: Freitags (in Planung)

G. Finazierung:

Das Projekt wird aus Mitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege und der AWO Essen finanziert.

                 Valentina Götte und Sinan Kumru wollen mit gezielten Angeboten die soziale Abgre   Raumgestaltung beim internationalen Treff übernehmen die Senioren selber