Gesundes Altern

„Gesundes Altern“: Förderung der Gesundheitsprävention bei älteren Migranten/-innen und Aussiedlern/-innen im Essener Norden

Ein Projekt...

  • zur Verbesserung der strukturellen Rahmenbedingungen zur Inanspruchnahme der Gesundheitspräventionsmaßnahmen durch ältere Migranten/-innen und Aussiedlern/-innen
  • zum Aufbau und zur Etablierung der Strukturen zur Selbsthilfe und Selbstorganisation in der Gesundheitsprävention in den Communities.
  • zur Intensivierung der Zusammenarbeit der Akteure in den Stadtteilen.
  • zur interkulturellen Sensibilisierung und Öffnung der Gesundheitseinrichtungen in Essen.

Gesundheitssituation der älteren Migranten/-innen und Aussiedlern/-innen
Nach Angaben des Essener Amtes für Statistik leben in der Stadt ca. 15.000 Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund ab 60 Jahren. Die schwere körperliche Belastung auf Grund der Arbeit in der Fabrik oder im Bergbau, Stress auf Grund des Lebens in der Fremde sowie schlechte Ernährung führten bei vielen Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund zum früheren Altern. Deshalb definieren die in der Seniorenarbeit tätigen Verbände und Organisationen das Altern im Bezug auf die Migranten-Senioren ab 50. Nach dieser Definition dürfte die Anzahl der Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund weit über 25.000 liegen.

Die Gesundheitsversorgung der älteren Migrantinnen und Migranten ist defizitär. Es gibt erhebliche Hindernisse beim Zugang zum Gesundheitssystem mit dem Risiko von Fehl- oder Unterversorgung. Die gesundheitliche Versorgung und vor Allem Prävention für alle Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund auf einem qualitativ hohen Niveau sicher zu stellen, ist aus der Perspektive der Wohlfahrtsverbände eine Herausforderung und aus der gesellschaftlichen Perspektive eine sozial-politische Aufgabe.

Dass ältere Migrantinnen und Migranten im Vergleich zur restlichen Bevölkerung schlechteren Zugang zum Gesundheitssystem haben, ist insbesondere auch an der geringeren Nutzung von Angeboten zur gesundheitlichen Prävention und zur Vorsorge erkennbar.

Daher nimmt sich die AWO Essen mit diesem Projekt vor, intensive gesundheitliche Aufklärung und zielgruppenspezifische Informationen über die Möglichkeiten der gesundheitlichen Versorgung anzubieten, gezielte Präventionsmaßnahmen an ältere Migrantinnen und Migranten heranzutragen und ein Zentrum für Gesundheitsinfo-Prävention-Austausch-Sport-Selbsthilfe-Vermittlung für Migrantinnen und Migranten im Essener Norden zu etablieren.

Seniorengruppen
Derzeit treffen sich 3 Seniorengruppen regelmäßig: türkisch-, arabisch- und russisch sprechende Seniorengruppen.

Der Aufbau dieser Gruppen erfolgte durch persönliche Ansprache, Mund-zu-Mund-Propaganda, Unterstützung und Vermittlung der aktiven Multiplikatoren in den Stadtteilen, fremdsprachige Presse und Anzeigenblätter.

Kursreihe zur Gesundheitsprävention für Seniorinnen und Senioren
Die für Seniorinnen und Senioren speziell ausgerichteten Gesundheitspräventionskurse finden jede zweite Woche statt und orientieren sich vor Allem an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Zielgruppen. Diese Kurse werden von ausgebildeten Gesundheitsmediatoren abgehalten.

Inhalte der Kursreihe
Deutsches Gesundheitssystem, Unfallprävention, Gesunde Ernährung und Be-wegung, Mundgesundheit, Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgemaß-nahmen, Depression, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Mobilitätsbeein-trächtigung, Bluthochdruck, Erkrankung der Lunge/Atemwege, Erkrankung der Verdauungsorgane, Diabetes, Gehbehinderung, Schlaganfall, Sehbehinderung, Schwerhörigkeit, Gicht, Inkontinenz, Lähmung, Sprachstörung, Epilepsie und Erblindung.

Aufgrund der höheren Betroffenheit der Zielgruppe werden auf Hinweis des Essener Gesundheitsamtes die psychische Gesundheit sowie Themen um psychische Gesundheit wie Depression, Stress, seelische Belastung, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit etc. in einer Informationsreihe gesondert behandelt.

Sport- und Bewegungsgruppen
Zur Pflege eines gesunden Lebensstils gehört unter anderem Sport. Sportliche Übungen für Senioren/-innen wenden sich nicht nur an die Fitness, sondern auch an die körperlichen Einschränkungen der Seniorinnen und Senioren anpassen.
Die Sportgruppen Gymnastik und Schwimmen finden bereits statt und die Sportgruppe Nordic-Walking ist derzeit in Planung.

Selbsthilfegruppen
Unterstützung der Selbsthilfe und Selbstorganisation im Rahmen des Vorhabens ist unerlässlich. Der Grundgedanke dabei ist, die Ressourcen und Potenziale der älteren Migrantinnen und Migranten zu ermitteln und ihre Mitwirkung, Eigeninitiative und Selbstverantwortung im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention zu stärken.

Die Gründung von zwei Selbsthilfegruppen nämlich „Depression“ und „Adipositas (Obesitas)“ ist derzeit in Planung.

Interkulturelle Gesundheitstage
Im Rahmen des Vorhabens wird jedes Jahr (insgesamt drei) ein großer interkultureller Gesundheitstag organisiert mit einem erweiterten Veranstalterkreis, zu dem u.a. Krankenhäuser, Krankenkassen, weitere Wohlfahrtsverbänden, der Selbsthilfeverein Wiese e. V. und Migrantenorganisationen gehören werden.

Partner

  • Geschäftsbereich Jugend, Bildung und Soziales in Abstimmung mit dem Fachbereich Interkulturelle Orientierung/Kommunales Integrationszentrum der Stadt Essen
  • AOK Regionaldirektion Essen – Mülheim an der Ruhr
  • Selbsthilfeverein Wiese e.V.

Standort:
Internationaler Treff der AWO Essen
Altenessenerstr. 507
45326 Essen
(UBahn II. Schichtstrasse)

Finazierung
Das Projekt wird aus Mitteln der Stiftung Wohlfahrtspflege und der AWO Essen finanziert.

 

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