Voller Erfolg für „Kray or die“

Bunt, laut, bewegt und auch politisch, so präsentierte sich jetzt die achte Auflage des Jugendfestivals „Kray or die“ im Volksgarten. Auf einer in den letzten Jahren bis zur Ottostraße gewachsenen Fläche konnte fast jeder junge und jung gebliebene Mensch nach seiner Fasson glücklich werden. Man konnte sich mit Farben bewerfen lassen, selbst auch Dosen mit Bildern missliebiger Politiker mit Bällen bewerfen, sich mutig mit dem Roller in die Tiefen der Skate-Bowl werfen, reichlich Musik auf die Ohren bekommen oder auf die Torwand des AWO-Fan-Projektes Essen schießen.
Organisiert vom Team des Julius-Leber-Hauses der AWO haben sich viele Partner aus Essen und Gelsenkirchen zusammengeschlossen, um das Festival, das 2008 einmal ganz klein anfing, in der großen 2017er-Auflage zu stemmen. Viele ehrenamtliche Mitstreiter waren über Monate beschäftigt, um das größte Jugend-Spektakel des Jahres im Volksgarten auf die Beine zu stellen.
Und der Erfolg gab den vielen oft ehrenamtlich aktiven Festival-Machern Recht. Auch am Samstag hatten alle Besucher, die sich zwischen 15 und 22 Uhr in die Menge mischten, wieder ihren Spaß.
Unüberhörbar gaben sich die Bands auf der Rock-Bühne die Mikros in die Hand und sorgten mit schnellen Beats für die Begleitung des Roller-Contests direkt nebenan. Mit nicht weniger Speed waren am anderen Ende des Geländes die Rapper auf ihrer Bühne aktiv. Leises Zischen der Spraydosen war die Begleitmusik für die ganz legale Graffiti-Aktion an der nahen Schallschutzwand zur A40.
Als Offizieller eröffnete Bezirksbürgermeister Gerd Hampel (SPD) die Veranstaltung, als Privatmann sah man ihn noch viel später auf dem Festival-Gelände vor der Rockbühne: „Es ist einfach toll, was hier abgeht und ich bin froh, dass die Bezirksvertretung das mit Fördergeldern unterstützt.“
Beeindruckend war die friedliche Atmosphäre, die die ganze Veranstaltung prägte, auch wenn auf der Politik-Meile durchaus unterschiedliche Gruppen ihre Stände hatten. Die Spannweite reichte dabei von der Jungen Union bis zu Antifa-Vertretern. Mit dabei waren unter anderem auch die Jugendberufshilfe, verschiedene Jugendhäuser aus Essen und Gelsenkirchen, der Verein für Kinder- und Jugendarbeit sowie das Deutsche Rote Kreuz.
Für Jürgen Zipps- Zimmerman, der Organisator vom Julius-Leber-Haus der AWO, geht nach dem Ende des Festivals, das er mit vielen anderen vor der Rap-Bühne erlebte, die Planung für „Kray or die 2018“ los. Und das soll mindestens so schön wie die 2017er-Auflage werden.

26. Juni 2017