Treibende Kraft einer ungewöhnlichen Freundschaft

Dass eine Kunstschau mit dem Auftritt eines Blasorchesters beendet wird, ist am Rüpingsweg in Überruhr nichts Ungewöhnliches. So ging jetzt die Sommerausstellung des Gymnasiums Essen Überruhr (GEÜ) im „Kurt“ mit einem bunten Nachmittag zu Ende, der mit dem Auftritt der „Bläserbnandklasse“ eingeleitet wurde. Wenn es ein Beispiel dafür gibt, wie dauerhaft eine Freundschaft zwischen jungen und alten Menschen, zwischen Schule und Altenheim sein kann, dann ist es die langjährige Partnerschaft zwischen dem Überruhrer Gymnasium und dem Kurt-Schumacher-Zentrum der AWO. Treibende Kraft dieser Kooperation zwischen so ungleich erscheinenden Partnern war in den letzten mehr als eineinhalb Jahrzehnten auf Schulseite die Kunstlehrerin Angelika Kerpen. Mit den Sommerferien ging die sozial engagierte Pädagogin jetzt in den wohlverdienten Ruhrstand. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, in diesen Tagen die Finissage der GEÜ-Sommerausstellung im Kurt-Schumacher-Zentrum der AWO noch zu organisieren und zu leiten.

22 Wachssgraffito-Bilder der Klassen 6a und 6c schmückten seit Juli den Eingangsbereich und Gänge des AWO-Heims am Rüpingsweg. Inspiriert wurden die Arbeiten durch eine Bildbetrachtung zu Paul Klees Kunstwerk „Schwarzer Fürst“ aus dem Jahr 1927. Wie bei den bisherigen Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen, sorgten auch diese Bilder nicht nur für bunte Akzente, sondern für angeregte Diskussionen.

So sorgte Angelika Kerpen beim Fest zum Ausstellungsende dafür, dass einzelne Schülerinnen und Schüler zu ihren Werken Stellung nahmen und auch der „Schwarze Fürst“ noch einmal thematisiert wurde.

Noch bevor der unterhaltsame Nachmittag im großen Saal des „Kurt“ begann, bedankten sich AWO-Einrichtungsleiter Klaus-Peter Real und Sozialarbeiter Herbert Reinhard bei Angelika Kerpen für das außergewöhnliche Engagement, von dem Senioren und Schüler gleichsam profitierten. Bei dieser Gelegenheit wurde Lehrerin Erika Prietzsch vorgestellt, die nun die Partnerschaft zwischen dem „Kurt“ und dem GEÜ weiter pflegen wird.

12. Oktober 2017