SPD-Bundestagskandidat Gereon Wolters stellt sich bei der AWO Bürgerfragen

„Auch wenn immer wieder spektakuläre Fälle wie die brutale Vergewaltigung einer Studentin in Freiburg die Schlagzeilen bestimmen, leben wir in einem der sichersten Länder der Welt.“ Dass das Thema „innere Sicherheit“ beim AWO-Mittwochsgespräch mit dem SPD Bundestagskandidaten Gereon Wolters durchaus einen breiten Rahmen hatte, liegt sicher auch an der beruflichen Geschichte des Politikers. Als Jura-Professor an der Ruhr-Universität-Bochum gehören die Kriminalistik und die Strafprozessordnung zu seinen Fachgebieten. Und aus dieser Erfahrung und aus vielen Gesprächen unter anderem mit der Essener Polizei berichtete er den dicht gedrängt im AWO-Treff an der Dahnstraße sitzenden Bürgern, dass es auch bei dramatisch klingenden Meldungen keinen Grund zur Panik gebe. Trotzdem, so der Bundestagskandidat, müsse die Polizei gestärkt werden. Forderungen konservativer Politiker, zum Beispiel die Bundeswehr im Inland einzusetzen, setzt Wolters ein klares „Nein“ entgegen. Auch bei der Überwachung zum Beispiel von Telefondaten und der elektronischen Kommunikation dürfe man auf gar keinem Fall die bürgerlichen Freiheitsrechte über Gebühr einschränken.

AWO-Geschäftsführer Oliver Kern, der das Gespräch mit den Bürgern moderierte, hatte keine Mühe, die Diskussion in Gang zu bringen. Nicht nur zum Thema Sicherheit ergaben sich viele engagiert vorgetragenen Fragen an den Kandidaten. Auch bei den Themenkomplexen Verkehr und „Leben in Würde“ machte das AWO-Mittwochsgespräch mit dem SPD-Wahlkreis-Kandidaten für den Essener Südwesten seinem Titel alle Ehre. Locker und in persönlichem Ton ließ Gereon Wolters keine Frage unbeantwortet. Angesprochen auf Dauerstaus auf den Straßen plädierte er dafür, den öffentlichen Nahverkehr endlich attraktiver zu gestalten und ihm zum Beispiel auf überlasteten Strecken Vorrang-Spuren zu reservieren.

Als AWO-Mitglied ist Gereon Wolters auch mit den Problemen pflegebedürftiger Menschen vertraut, denen bei karger Rente im Pflegeheim nur ein kleines Taschengeld für die Bedürfnisse des Lebens bleibt: „Nach einem langen Arbeitsleben darf es nicht zu einem solchen Verlust der Würde kommen. Gerade Witwen, deren Rente oft unter der Armutsgrenze liegt, muss geholfen werden.“ Aber auch die Mitarbeiter in den Altenpflege-Berufen müssten, so der SPD-Kandidat, finanziell besser gestellt werden. „Mit dem Gehalt eines Altenpflegers kann man sich in manchen Großstädten heute keine Wohnung mehr leisten.“

Nach einer durchaus kontroversen Diskussion stand Wolters nach dem offiziellen Ende des AWO-Mittwochsgesprächs den Gästen bei kleinen Snacks und Getränken im persönlichen Dialog Rede und Antwort. Dabei verteilte er als Werbegeschenk Kochlöffel, die reißenden Absatz fanden.

 

07. September 2017