SPD Bundestags-Kandidat Gereon Wolters stellt sich Fragen von AWO-Senioren

Erika Gatzke und Gereon WoltersWie sieht es mit dem Bau von Seniorenwohnungen aus? Was ist gegen die Altersarmut geplant? Professor Gereon Wolters, der frisch gewählte SPD-Kandidat für den Essener Bundestagswahlkreis 120 (Süd/West) musste sich durchaus kritischen Fragen stellen, als er sich dem Seniorengesprächskreis der AWO Holsterhausen im Otto-Hue-Haus stellte. Gut vorbereitet zeigten sich aber nicht nur die Senioren, auch der Quereinsteiger in die aktive Politik wusste sich durchaus zu behaupten. Unter der konsequenten Moderation von Seniorenkreis-Leiterin Erika Gatzke nutzte der Jura-Professor die Gelegenheit, nicht nur sich und seine persönliche Situation zu präsentieren, sondern auch seine Wunschvorstellungen bei einem Einzug in das Berliner Parlament deutlich zu machen.
Kernthema sei auch für ihn die soziale Gerechtigkeit, Dazu gehöre es auch, dass die Renten nicht weiter absinken dürften. Ein Rentenniveau von 46 Prozent produziere Altersarmut. „Das ist eine Ohrfeige für Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben.“ Nach Wolters Vorstellungen müsse es ähnlich wie beim Mindestlohn eine Mindestrente geben, die eben auch durch Steuergelder finanziert werden könne. Durchaus positive Reaktionen erntete der Kandidat für seine Vorschläge zur Finanzierung: „Große Vermögen und Spitzeneinkommen müssen sich mehr an den Gemeinschaftskosten beteiligen.“
Zur sozialen Ungerechtigkeit gehöre auch, dass manche Manager, die ihre Unternehmen vor die Wand gefahren haben, mit „Säcken von goldenen Löffeln“ verabschiedet werden und Verkäuferinnen, die einen Fehler machten, einfach vor die Tür gesetzt würden: „Das muss sich ändern!“ Wenn er sich aussuchen könne, in welchen Bereichen der Bundespolitik er arbeiten dürfe, stellt sich Wolters den Bildungssektor oder den Städtebau vor. Warum er nicht berufsnah im Justizbereich aktiv sein wolle, darauf hatte der Jurist auch eine klare Antwort parat: „Ich möchte präventiv etwas bewirken. Strafrecht ist schließlich eine Bankrotterklärung der Gesellschaft. Wir sollten noch mehr dafür arbeiten, dass es erst gar keine Straftäter gibt.“
Erst, nachdem er einem Aufnahmeantrag für die AWO unterschrieben und fest versprochen hatte, nach der Wahl mit selbstgebackenem Butterkuchen wieder den Seniorengesprächskreis zu besuchen, wurde Wolters mit viel Beifall von den rund 90 aktiven Senioren verabschiedet.

09. Februar 2017