Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter

„Arm und Reich“, unter diesem Titel veranstaltete der Essener AWO Kreisverband am Freitag eine hochkarätig besetzte Themenkonferenz im Friedrich-Ebert-Sozialzentrum. Ein Hintergrund für diese Zusammenkunft war unter anderem der aktuelle Armutsbericht der Bundesregierung, der die Tendenz der vorherigen Berichte bestätigte, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland in den letzten Jahren weiter auseinander gegangen ist.

Darauf wies auch wies auch der Kreisvorsitzende der Essener AWO, Klaus Johannknecht, in seinem Eingangsreferat hin. Was die Theorie der Berichte beschreibe, das erlebe die Essener AWO bei ihrer täglichen Arbeit in der Praxis. An den Vorsitzenden des AWO Bundesverbandes, Wolfgang Stadler, der zu dieser Veranstaltung aus Berlin angereist war, richtete Johannknecht die Aufforderung, das Thema Armut bei den Auftritten der AWO in der Bundeshauptstadt noch mehr zum Thema zu machen. Ein Verband mit über 400.000 Mitgliedern müsse für die Schwächsten der Gesellschaft laut und deutlich die Stimme erheben. Stadler, der in seinem Statement die Tendenz zur Spaltung der Gesellschaft bestätigte, nahm den Appell des Essener Kreisvorsitzenden ernst: „Ganz sicher werde ich das aus Essen nach Berlin mitnehmen.“

Die rund 150 Bürgerinnen und Bürger, die für einen mehr als gut gefüllten Saal im Altenessener AWO-Seniorenzentrum sorgten, folgten interessiert, auch den „Blitzlichtern“, Kurzberichten von AWO-Mitarbeitern aus ihren Arbeitsbereichen. Alle hatten das Thema Armut und die Bekämpfung der Folgen zum Thema. Von der Kinderbetreuung bis zu Aktionen gegen die Vereinsamung im Alter, die sogar in gesungener Form vorgestellt wurde, reichte das Spektrum der Präsentation.

Moderiert von AWO-Geschäftsführer Oliver Kern, der durch den Nachmittag führte, präsentierten zum Abschluss der Veranstaltung noch die drei Essener SPD-Bundestagskandidaten Gereon Wolters, Dirk Heidenblut und Arno Klare ihre Konzepte zur Bekämpfung der Armut in einer reichen Gesellschaft. In einer offenen Diskussion stellten sich die Kandidaten den Fragen der Bürger.

27. August 2017