Neuer Name für das Quartier „nördliche Zollvereinstraße“

Über 100 Bewohner und auch ein paar Ortsfremde haben sich am Namens-Wettbewerb beteiligt. Entschieden werden sollte, wie sich demnächst das Wohnquartier zwischen Zollvereinstraße, Plänkerweg, Farrenbroich und Bolsterbaum nennen wird. Aktenkundig ist das Areal bisher mit dem  weinig heimeligen Namen „nördliche Zollvereinstraße“. Souad Zenzoul hat an den Sitzungen der Wettbewerbs-Jury teilgenommen und kennt das Ergebnis. Die agile junge Frau ist Sozialarbeiterin des Jugendhilfe-Netzwerks Nord der AWO und arbeitet als Quartiersmanagerin für eben dieses Wohnviertel.
„Verraten wird aber noch nichts, das sollen die Bewohner als erste erfahren, wenn wir am 7. Juli unser großes Mieterfest veranstalten“, vertröstet die Sozialarbeiterin. Dabei ist Vertrösten eigentlich nicht ihre Sache, denn als Ansprechpartnerin für rund 2600 Anwohner und die äußerst aktiven Mieter-Initiativen ist sie es gewohnt, zu handeln und die Probleme direkt anzugehen. Ihr Büro mitten in der Siedlung fungiert als Gemeinschaftsraum, Treffpunkt für Initiativen oder auch als Anlaufstelle für Mieter, die Hilfe bei Problemen brauchen.
Die Arbeit von Souad Zenzoul ist Teil eines ganzen Netzwerkes, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den Siedlungs-Bewohnern im nördlichen Katernberg zu helfen, ihre Rechte und Interessen wirkungsvoll zu vertreten. Gemeinsam mit der AWO engagiert sich das Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen hier. Gemeinsam werden Pläne entwickelt und Konzepte umgesetzt.
Das Quartier, das in den 1960er und 1970er Jahren entstand hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die Wohnblocks zu Spekulationsobjekten. Der Zustand der Häuser verschlechterte sich die Bewohnerstruktur veränderte sich. Die Mieter hatten kaum noch Ansprechpartner vor Ort, nötige Reparaturen wurden nicht durchgeführt.
Seit 2011, als ISSAB und AWO sich in der Siedlung engagierten und ein „Quartiersmanagement“ die Arbeit aufnahm, hat sich einiges geändert. „Unser Prinzip ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. So unterstützen wir Mieter, die sich nach dem Motto, dass man nur gemeinsam stark ist, zu Initiativen zusammenschließen und beraten sie“, fasst Souad Zenzoul ihre Arbeitsweise zusammen. Mit den Initiativen steigt dank gemeinsamer Aktionen und Feste dann auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Wohnungsgesellschaften haben inzwischen auf die selbstbewussteren Mieter reagiert und mit ganze Wohnblocks mit frischen Fassaden, neuen Fenstern und Dächern renoviert.
Unterstützt wird das auch von öffentlicher Seite als Teil des Projektes „Soziale Stadt“, das den Einsatz von Mitteln für die Verbesserung der Lebensverhältnisse ermöglicht.
Verbessert hat sich seitdem  auch das Bild der Siedlung in der Öffentlichkeit. Da ist es nur logisch, das neue Image auch durch einen neuen Namen zu auszudrücken. Mit diesem Namen, das verspricht Souad Zenzoul, werden sich die Bewohner des Viertels bestimmt sehr wohl fühlen. Mehr will die AWO-Sozialarbeiterin aber noch nicht verraten…

18. Mai 2017