Mittwochsgespräch mit Dirk Heidenblut

Engagierte Fragen und ebenso engagierte Antworten, das kennzeichnete das AWO-Mittwochsgespräch mit dem SPD-Bundestagskandidaten Dirk Heidenblut. Gut gefüllt war die „Kneipe“ im Julius-Leber-Haus der AWO an der Meistersingerstraße, als der AWO Kreisvorsitzende Klaus Johannknecht den Abend eröffnete. Dabei betonte er ausdrücklich, dass sich die Arbeiterwohlfahrt nicht als Reparaturbetrieb für soziale Probleme verstehe, sondern als Sozialverband ganz klar politische Position beziehe. Dass der Beifall des Publikums dafür durchaus ernst gemeint war, zeigte sich in der folgenden offenen Diskussion mit dem SPD-Abgeordneten. Moderiert von Gereon Unnebrink, Leiter des AWO-Bildungsinstituts für Altenpflege, bezog Heidenblut schnell Stellung.

Während seine Abgrenzung vom politischen Mitbewerber CDU in Fragen der Gemeindefinanzierung, des zweiten Arbeitsmarktes und der Steuerpolitik für Geringverdiener beifällig aufgenommen wurde, entspann sich schnell eine lebhafte Diskussion an der Zukunft der Altenpflege. So wurde von Betroffenen aus dem Publikum bemängelt, dass in diesem Bereich zu wenig bezahlt werde und die Anerkennung der Arbeit fehle. Ehrlich bekannte Heidenblut, dass es zum Beispiel bei der Entlohnung im Pflegebereich – und nicht nur in dieser Frage – keine leichten und schnellen Antworten gebe. Einig war man sich, dass nicht akademische Berufe mehr Wertschätzung verdienen: „Es ist falsch zu behaupten, dass nur mit Abitur das Leben schön ist.“

Der vehement vorgetragene Forderung, Renten erst ab einer Höhe von 1500 Euro zu besteuern, setzte Heidenblut die Frage entgegen, woher man denn da die Mittel nehmen könne: „Sollen wir dann keine Brücken mehr reparieren? Außerdem kommt dann Protest von aktiven Arbeitnehmern, die bereits ab einem Monatseinkommen von 1200 Euro Steuern zahlen müssen. Das wäre dann ungerecht.“

Nicht nur für die Zuhörer und aktiven Teilnehmer kam es fast überraschend, dass nach fast zwei Stunden die geplante Diskussionszeit schon beendet war.

Dirk Heidenblut erneuerte am Abend sein Angebot, dass er nach dem Wahlkampf jeden , der etwas aus dem Berliner Politik-Betrieb erklärt haben wolle, gern zu Hause besuche: „Zur Kaffeezeit bringe ich auch den Kuchen mit!“

17. August 2017