Mit Team-Einsatz ein internationales Problem gelöst

Dass die AWO auch spontan und unbürokratisch bei internationalen Problemlagen helfen kann, bewiesen in diesen Tagen wieder einmal die Mitarbeiter des Kurt-Schumacher-Zentrums in Überruhr – und halfen damit zwei jungen Spanierinnen aus einer misslichen Lage. Beteiligt an der Aktion ist auch eine 102-jährige Dame, die im Heim am Rüpingsweg in Überruhr wohnt.

Die beiden Mädchen, Paula Arroyo und Martha Lopez nehmen an einem Schüleraustauch der Realschule Überruhr teil. Zum Programm der Reise gehört auch ein Sozial-Praktikum, dass beide im Essener Klinikum absolvieren sollten. Doch vor Ort, so die Mädchen, habe man keine Ansprechpartner gefunden und es habe sich niemand für sie zuständig gefühlt, das Praktikums drohte schon zu Beginn in einem Fiasko zu enden. Doch zwischen der Realschule Überruhr und dem AWO-Heim besteht schon seit Gründung der Schule eine enge Partnerschaft. So rief man kurzerhand im Kurt-Schumacher-Zentrum an und schon am nächsten Tag war alles für die Schülerinnen des „Colegio Salesianos el Pilar“ in der Nähe von Madrid organisiert. Buchstäblich das ganze Haus arbeitete zusammen, um den beiden, die zwar englisch und spanisch, aber nur sehr wenig deutsch sprechen, zu einem erfolgreichen Praktikum zu verhelfen. Sozialer Dienst und Pflegedienst entwickelten eine Lösung, die bei der sogar Bewohner eine Rolle spielten.

Als Chefdolmetscherin fungierte die Auszubildende Conception Gallardo, die selbst aus Spanien stammt und in der gleichen Gegend wie die beiden Schülerinnen aufwuchs. Dabei wurde sie noch von anderen des Spanischen mächtigen Mitarbeiterinnen unterstützt. Aktiv ins Gespräch gebracht hat sich auch Heimbewohnerin Ilse Goeke. Sie freute sich, dass sie, die in Südamerika aufwuchs, wieder einmal die Sprache ihrer Jugend erproben konnte. Diese Jugend liegt allerdings schon einige Jahre zurück, feiert die rüstige Dame doch in diesem Jahr noch ihren 103. Geburtstag. „Wunderbar“ kommentiert die Seniorin die Frage, wie sie denn die Gespräche mit den Mädchen empfunden habe. Schnell wechselt sie wieder ins Spanische und lacht zusammen mit Paula und Martha, der Altersunterschied von knapp neun Jahrzehnten ist schnell vergessen.

So schnell werden die Beteiligten auch das improvisierte und trotzdem äußerst erfolgreiche Praktikum nicht vergessen. Die jungen Damen aus Spanien wurden in ihrem Berufswunsch im sozialen Bereich bestärkt, Realschulleiterin Elvira Blümel freut sich über die praktizierte Partnerschaft mit der AWO und das Team des „Kurt“ genießt das Gefühl gemeinsam Hand in Hand eine soziale Herausforderung gemeistert zu haben.

04. April 2017