Mit dem Wilhelm-Heine-Haus feiert ein Erfolgsmodell 40-Jähriges

Vor 40 Jahren war es etwas völlig Neues, was da als Wilhelm-Heine-Haus von der AWO eingeweiht wurde. Eine „hürdenfreie“ Wohnanlage, zu der eine Altentagesstätte, ein Mittagstisch, eine Cafeteria und auch noch eine Fußpflegestation gehörten, suchte in Essen damals noch Ihresgleichen. Das Konzept, das da mit 42 Altenwohnungen im damaligen Neubaugebiet am Butzweg in Bochold zu  Stein geworden war, hat sich bis heute bewährt. Erklärtes Ziel der Erbauer war es, so betonte es Else Beitz bei der Einweihung 1977, ältere Menschen von Isolation und Einsamkeit zu bewahren. Das, so konnten es Bewohner und Gäste jetzt bei der Jubiläumsfeier feststellen, ist gelungen – das Haus wurde zum Erfolgsmodell.

Dass Else Beitz, Ehefrau des damaligen Krupp-Generalbevollmächtigten Berthold Beitz, quasi Taufpatin des AWO-Hauses war, lag an der Entstehungsgeschichte des Projektes. Wilhelm Heine, der bis zu seiner Pensionierung 1973 Direktor bei Krupp war, hatte in seinem Testament verfügt, dass ein Großteil seines Vermögens zum Bau eines Heimes für Senioren verwendet werden sollte und setzte dafür die Essener AWO als Erben ein. Bereits 1975 starb Wilhelm Heine und so wurde schon bald in seinem Namen das neue Heim gebaut.

Dass sich das Konzept der Senioren-Wohnanlage mit angeschlossener Begegnungsstätte bewährte, lag nicht zuletzt daran, dass von Anfang an viele ehrenamtliche Helfer zusammen mit Profis das Heim zu ihrer  Herzensangelegenheit machten. Darauf wies auch Klaus Johannknecht, Vorsitzender des Essener AWO-Kreisverbandes, in seiner Festrede hin. Dabei hob er hervor, wie viele bei der AWO engagierte Menschen das Haus und seinen Geist auch in finanziell engen Zeiten mit Leben gefüllt haben und noch heute für die Bewohner am Butzweg aktiv sind. Stellvertretend für sie alle wurde Christa Schnacke geehrt, die mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Norbert zu den Menschen der ersten Stunde in der Altentagesstätte und im Wohnbereich zählte.

Heute hat Kirsten Siemes im Freizeitbereich des Wilhelm-Heine-Hauses die Fäden in der Hand. Seit 2002 leitet sie die Seniorenbegegnungsstätte, was sie aus Bescheidenheit bei ihrer Moderation des Jubiläumsfestes zu erwähnen vergaß. Das holte dafür AWO-Geschäftsführer Oliver Kern nach, der sich für ihren unermüdlichen Einsatz für das Haus und seine Bewohner bedankte. Dieser Dank ging auch an Solveig Sauer, die den sozialen Dienst der AWO für das Haus am Butzweg repräsentiert.

Gäste der Veranstaltung waren auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Arno Klare und der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Kutschaty.

11. September 2017