Mit 65 Jahren ist kein Ruhestand in Sicht

Ansich des Otto-Hue-HausesNach 65 aktiven Jahren denkt man gern schon einmal an den Ruhestand. Beim Otto-Hue-Haus der AWO ist eher das Gegenteil der Fall. Auch 65 Jahre nach seiner Einweihung ist in dem Holsterhauser Pflegeheim ungebrochene Energie und lebendige Aktivität an der Tagesordnung. Dass ein Pflegeheim mit vielen älteren Bewohnern durchaus jung und schwungvoll daherkommen kann, davon kann man sich am Samstag, 26. August, wieder einmal im und rund um das Haus an der Barthel-Bruyn-Straße 46 überzeugen. Dann feiert das „Otto“ wie es liebevoll von Bewohnern und Mitarbeitern genannt wird, sein schon traditionelles Sommerfest.

Neben geschmackvoll zubereiteten Leckereien, an denen sich auch der AWO-Ortsverein Holsterhausen mit einem Kuchenbuffet  beteiligt, ist bei dem Fest, das um 13 Uhr startet, buchstäblich viel Musik drin.

Das musikalische Bühnenprogramm bestreitet unter anderem das Hans G. Laaks Trio mit vielen Evergreens aus der Swingzeit zum Mitwippen. Ein weiterer Höhepunkt sind die stattlichen Herren vom Seemannschor „Blaue Jungs", die übrigens ihren Heimathafen in einem anderen AWO-Heim, dem Kurt-Schumacher-Zentrum, haben. „Ein bisschen Spaß muss sein" verspricht der Schlagersänger Hansi Hossa mit seinem Potpourri aus Schlagern der 1970er Jahren, als „die Sänger noch schöne Haare und enge Hosen hatten".

Die Geschichte des Hauses, das heute eigentlich nur noch einige Fassaden mit dem Ursprungshaus gemeinsam hat, begann offiziell am 30. April 1952. Als das Otto-Hue-Haus vor 65 Jahren eröffnet wurde, waren die Nachwehen des Zweiten Weltkriegs noch sehr stark zu spüren. Es fehlte vor allem an Wohnungen, viele Männer waren im Krieg geblieben.“

Im Rückblick erklärt zur Bedeutung einer solchen Einrichtung Angelika Schulte, die seit 1995 Leiterin des Hauses ist: „Ältere Frauen mussten sich allein durchschlagen und suchten eine Wohnmöglichkeit, die sie im Otto-Hue-Haus fanden.  Damals war ein Altenheim einfach eine Wohneinrichtung mit der Möglichkeit, bei Bedarf pflegerisch betreut zu werden.“

Zur Gründungszeit lebten noch 128 Bewohner, fast ausschließlich Frauen, im noch wesentlich kleineren Otto-Hue-Haus, heute leben 92 Bewohner in 74 Einzel- und acht Doppelzimmern. In den Umbau hat die Essener Arbeiterwohlfahrt knapp neun Millionen Euro investiert. Nach zwei Jahren im Übergangsquartier an der Martin-Luther-Straße konnten die Senioren im November 2005 nach Holsterhausen in das komplett entkernte, auf den neuesten Stand gebrachte und erweiterte Haus zurückkehren. Mittlerweile nutzen einige Holsterhauser Vereine den großen Saal des Otto-Hue-Hauses als Veranstaltungsraum, das Heim ist so fest in das Stadtteilleben integriert.

19. August 2017