Mädchen für alles im Lotte-Lemke-Haus

Werner Langer„Mädchen für alles“ ist kein Beruf, aber manche Menschen haben halt das Talent, über ihre eigentlichen  Aufgaben hinauszuwachsen. Bei der AWO findet man sie gar nicht so selten, diese unverwechselbaren Typen wie Werner Langer, der fast drei Jahrzehnte am Lotte-Lemke-Haus der AWO quasi zum Inventar gehört hat und auch jetzt, nach seiner Pensionierung, nicht ganz verschwunden ist.
Das Lotte-Lemke-Haus am Vollmerskamp in Huttrop bietet Senioren in 62 Wohnungen ein Leben mit einer auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen Form der Betreuung an. Hier werden Hilfestellungen zur möglichst eigenständigen Lebensführung angeboten. Es ist die Diplom-Sozialarbeiterin Birgit Erler, die  schon seit 20 Jahren die Betreuung der Bewohner des Hauses mit dem besonderen Charme organisiert.  Ab sie war nicht die erste, die Programme für Bewohner plante, feiern organisierte, Brötchen bestellte oder Ausflugsfahrten unternahm. Schon bei der Renovierung des achtstöckigen Appartement-Hauses war Werner Langer als Hausmeister vor Ort. Für die AWO kümmerte er sich um den Umbau, half den ersten Bewohnern beim Einzug – und sorgte auch gleich für deren Betreuung. „Es machte mir halt von Anfang an Spaß, mit Menschen umzugehen, mit ihnen etwas zu unternehmen und einfach zu helfen“. Als damals der Sozialdienst für das frisch renovierte Haus noch neu organisiert wurde, hatte Werner Langer schon die ersten Aktivitäten für die Bewohner durchgeführt. Handwerkliche Arbeiten und Bewohner-Programm gingen oft nahtlos ineinander über. Wenn er schon einen Billardraum im Untergeschoss baute, warum sollte er nicht auch gleich mit den Bewohnern ein Billard-Turnier organisieren. Und als das Haus einen eigenen Bus bekam, war es Langer, der Ausflugsfahrten mit den Mietern des Lotte-Lemke-Hauses machte. Er kassierte das Brötchengeld und begleitete die Bewohner in den Massagetraum, den er selbst gebaut hatte.
„Der Kollege hat für sich ein ganz eigenes Berufsbild geschaffen. Man konnte ihn ohne Zweifel als betreuenden Hausmeister bezeichnen“, beschreibt Birgit Erler den heutigen Ruheständler. Doch so ganz hat sich Langer noch nicht vom Haus und seinen Bewohnern verabschiedet. Da Reisen zu seinen Leidenschaften gehört, können sich die Senioren wahrscheinlich noch auf einige Ausflüge und Reisen mit ihm freuen, die er dann halt als Ehrenamtler unternehmen wird.
Das Lotte-Lemke-Haus bietet zu überschaubaren Kosten seniorengerechten Wohnraum mit einem Service, der individuell auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Ob kleinere Reparaturen, Organisation eines Essensservice, Nutzung von Räumen für Feste, Hausnotruf, Fußpflege oder Friseur im Haus, Birgit Erler und ein Team von ehrenamtlichen Helfern bemühen sich intensiv um die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner.

03. Februar 2017