Kindern gerechte Chancen geben

„Wir sind nicht so wichtig, es ist das Wohl der Kinder, das bei uns im Mittelpunkt steht!“ Für Erika Uhe könnte das als Lebensmotto gelten. Vor rund 10 Jahren gründete sie die Initiative „Kinderchancen“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Mädchen und Jungen im Kindergartenalter einen guten Start in die Bildungslaufbahn zu ermöglichen. Inzwischen ist aus dem Einzel-Engagement der ehemaligen Leiterin eines Berufskollegs ein wichtiger Bestandteil der ehrenamtlichen Initiativen bei der Essener AWO geworden.

30 aktive Paten sind zurzeit im Einsatz und fördern und begleiten Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht so gute Startchancen im Bildungssystem haben. „Mir geht es darum, dass alle Kinder gleich gut für das Leben gerüstet sind. Wir sind als Erwachsene für die Chancengerechtigkeit verantwortlich.“ Um diesen Zielen näher zu kommen, gehen die Bildungspaten regelmäßig in die Kitas und kümmern sich dort um „ihre“ Kinder. Eine von ihnen ist Birgit Weiß aus Burgaltendorf, die schon seit fast neun Jahren für die „Kinderchancen“ aktiv ist.

Bei ihrer Suche nach einem sinnvollen Einsatz für Kinder fand sie durch Vermittlung der Ehrenamt-Agentur zu Erika Uhe und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern. „Die Idee der Initiative hat mich sofort überzeugt und das ist bis heute so geblieben“, fasst die engagierte Patin ihre Erfahrungen zusammen. Immer montags ist für sie Kita-Tag. Dann ist sie in der Kindertagesstätte am Ruhrkolleg ganz für ihr jeweiliges Patenkind da. Nach den individuellen Voraussetzungen, die das Kind mitbringt, richtet Brigitte Weiß ihr Programm aus: „Manchmal ist Kuscheln ganz wichtig, wenn dem Kind familiäre Zuwendung fehlt, an anderen Tagen lese ich Geschichten vor und oft erkunden wir bei kleinen Ausflügen die Umgebung. Ganz wichtig ist es auch, viel mit dem Kind zu sprechen und ein gutes Vorbild zu sein. Wenn sich ein Kind richtig ausdrücken kann, kann es viel besser seine Chancen wahren.“

Voraussetzung für diese individuelle Form der Förderung ist der enge Kontakt zum Kita-Personal. Deren Wissen um die Probleme eine Kindes ist zusammen mit eigenen Erfahrungen die jeweilige Grundlage der verschiedenen Aktionen der Bildungspatinnen und –Paten. Wichtig ist aber auch der Kontakt der Paten untereinander, den Erika Uhe zum Erfahrungsaustausch regelmäßig organisiert. Und da lernen auch neue Paten die Gemeinschaft kennen. „Kinderchancen“ ist immer offen für neue Mitstreiter, die als Bildungspaten aktiv werden wollen. „Wer sich auf Kinder einlassen will, die kleinen Persönlichkeiten akzeptiert, Sicherheit, Geborgenheit Zuwendung und Verständnis geben will, der ist bei uns richtig. Dafür gibt es auch etwas, was mit Geld nicht zu bezahlen ist – das Lachen und die echte Zuneigung eines Kindes“, verspricht Erika Uhe.

Viel Kinderlachen konnte man jetzt auch rund um das „Haus Seeblick“ am Baldeneysee hören und sehen. „AWO-Kinderchancen hatte zum großen Spielnachmittag eingeladen. Während sich die Kinder auf dem großen Freigelände, an der Hüpfburg, beim Zauberer oder am Schminkstand vergnügten, lernten sich Kita-Erzieherinnen, Bildungspaten und Eltern bei Kaffee und Kuchen gegenseitig kennen. Ein Nachmittag, der auch dazu diente, den Kindern mit Spiel und Spaß Aufmerksamkeit zu schenken und ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Kontakt zu „Bildungschancen“ über Erika Uhe, Tel. 0201 405937, E-Mail: erika.uhe(at)gmx.de.

22. Mai 2017