Hier ist Pflege Familiensache

„Wir möchten mit Menschen umgehen und ihnen helfen. Das ist das, was wir eigentlich schon immer wollten!“ Diesem Ziel sind Natascha und Chantal Wessels ein gutes Stück näher gekommen. Die beiden Schwestern sind seit einem, beziehungsweise seit zwei Jahren Schülerinnen des Bildungsinstituts Altenpflege der Essener AWO. Und sie sind sehr gute Schülerinnen, bescheinigen ihnen die Lehrkräfte. „Weil wir Spaß daran haben und uns hier wohlfühlen“, ist die einfache Begründung der Nachwuchs-Altenpflegerinnen.

Dass zwei Schwestern den selben Berufsweg in die Altenpflege einschlagen, erscheint angesichts der aktuellen Diskussionen um Pflegeberufe schon fast ungewöhnlich. Ist doch allenthalben vom Pflegenotstand und den Nachwuchssorgen die Rede.

Natascha, die ältere der beiden Schwestern, hat  natürlich auch schon während der praktischen Ausbildungsphasen erlebt, wie die Pflegekräfte in schwach besetzten Abteilungen unter Stress standen und dass eine bessere personelle Ausstattung die Qualität der Pflege auch verbessern würde. Dagegen steht aber das, was einem der Beruf an positivem gibt: „Man bekommt so viel zurück von den Menschen, um die man sich kümmert. Es bereitet einfach eine innere Freude, Menschen zu helfen und mit ihnen in Kontakt zu kommen.“

Eindrücke, die auch die jüngere Schwester Chantal bestätigt. Sie entdeckte schon früh, wie gut sie sich fühlt, wenn sie mit Menschen arbeitet, ihnen das Leben erleichtert: „Ich habe das ,Freiwillige soziale Jahr‘ sogar auf 18 Monate verlängert, weil es mir einfach Spaß machte. Es blieb für mich nur die Frage, ob ich in die Kranken- oder Altenpflege gehen sollte“

Sie folgte schließlich ihrer Schwester und meldete sich beim Bildungsinstitut Altenpflege der AWO an. „Auch das war die richtige Entscheidung. Hier wird man trotz der hohen Anforderungen, die der Stoff stellt, nie allein gelassen. Man kann die Lehrer immer ansprechen und sich das, was man nicht verstanden hat, noch einmal erklären lassen“, fasst Chantal Wessel ihre Erfahrungen in der Schule an der Peterstraße zusammen. Ihre Schwester Natascha hat das auch so erlebt: „Wir haben mit einem Lehrer sogar außerhalb der Unterrichtszeit in einer kleinen Arbeitsgruppe den Stoff wiederholt, um das Thema besser zu verstehen.“

Noch stehen beide am Anfang ihres Berufsweges, aber beide sind sicher, sich richtig entschieden zu haben. „Man hat eine hohe Verantwortung, braucht viel Geduld und der Personalschlüssel müsste verbessert werden, aber das gute Gefühl, mit lebendigen Menschen und nicht mit toten Gegenständen zu arbeiten und anderen helfen zu können überwiegt ganz klar!“

Eine Meinung, die auch die Mutter von Natascha und Chantal teilt – sie ist seit vielen in der Pflege tätig. Bei den Wessels ist die Pflege im wahrsten Sinne des Wortes eine Familiensache.

29. September 2017