Aufruf zur Demonstration gegen AfD-Wahlversammlung in der Messe Essen

Rassismus ist keine Alternative!                                                                                      Der Kreisverband Essen der Arbeiterwohlfahrt unterstützt ausdrücklich den Demonstrationsaufruf der Initiative „Essen stellt sich quer“ gegen den NRW-Wahlparteitag der Partei „Alternative für Deutschland“ in der Essener Messe am 25. und 26. Februar. Das Motto der geplanten Aktion „Rassismus ist keine Alternative“ deckt sich mit den Grundüberzeugungen der Arbeiterwohlfahrt.
Die AWO in Essen versteht sich mit ihren rund 6500 Mitgliedern und den mehr als 2500 ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften seit fast 100 Jahren als eine Gemeinschaft, die sich für die Schwachen in unserer Gesellschaft nicht nur praktisch engagiert, sondern ihnen auch eine Stimme gibt.
Solidarität ist ein Grundpfeiler unseres Leitbildes. Das bedeutet für uns, durch praktisches Handeln füreinander einzustehen. Wir können nur dann menschlich und in Frieden miteinander leben, wenn das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes von der Politik umgesetzt wird, wenn wir füreinander einstehen und die Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal Anderer überwinden. Wer in Not gerät, kann sich auf die Solidarität der AWO verlassen. Solidarität ist auch Stärke im Kampf um das Recht.
Vor diesem Hintergrund wollen wir es nicht hinnehmen, dass politische Kräfte auf Abschottung der Gesellschaft von der Not anderer setzen und nationale Abgrenzung über internationale Solidarität setzen.
Die „Alternative für Deutschland“ steht für eine Politik der Abschottung. Während Flüchtlinge ihre zerbombten Städte und Länder verlassen müssen, plant die AfD die Grenzen für Schutzsuchende zu schließen. Die AfD und ihre Vertreter verdächtigen Flüchtende generell, nur aus wirtschaftlichen oder mit kriminellen Absichten nach Deutschland und Europa zu kommen. Das ist nach unserer Auffassung rassistisch, da der einzige Anlass für diese haltlose Verdächtigung die Hautfarbe und/oder das Herkunftsland ist. Auch unsere hier garantierte Religionsfreiheit wird offensichtlich nicht anerkannt, da der Islam pauschal als „schädlich“ diskriminiert wird.
Da wir die Haltung entscheidender Flügel in der AfD nicht für vereinbar mit unseren Grundsätzen und unserem Bild einer freien und solidarischen Gesellschaft halten, rufen wir unsere Mitglieder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freundinnen und Freunde dazu auf, sich an den Demonstrationen gegen das AfD-Treffen in Essen zu beteiligen.

Die AfD-Delegierten sollen am 25. Februar um 7.30 Uhr vor der Messe Essen  „empfangen“ werden, um gegen die Politik der „Alternative für Deutschland“ Gesicht zu zeigen. Ab 11 Uhr ist eine Demonstration unter dem Motto „Rassismus ist keine Alternative“ von der Messe Essen mit Zwischenkundgebung um 11:30 Uhr am Rüttenscheider Stern bis zum Willy-Brandt-Platz geplant, wo um ca. 12.30 Uhr eine Abschlusskundgebung stattfinden soll.

Wir fordern alle Teilnehmer auf, den Protest gegen die unsolidarische Politik der AfD nur mit friedlichen und gewaltlosen Mitteln zu zeigen!

15. Februar 2017