25 Jahre Bildungsinstitut Altenpflege

„Ich habe es schon beim Vorstellungsgespräch gemerkt – hier steht der Mensch im Mittelpunkt! Das ist für mich auch das wichtigste im Beruf, den Menschen zu sehen und nicht den Pflegefall!“ Tammy Samantha Brücker hat vor wenigen Tagen ihr Examen als Altenpflegerin bestanden und ist noch einmal dahin gekommen, wo alles mit einem langen Gespräch anfing, in das Hedwig-Levy-Haus in der Peterstraße, wo das Bildungsinstitut Altenpflege der Arbeiterwohlfahrt Essen (BAA) seinen Sitz hat. Sie gehörte zum 61. Kurs am BAA, der wenige Tage vor dem 25. Geburtstag des Institutes zu Ende ging. Am 1. Mai 1992 begann der Unterricht für 15 Männer und Frauen des ersten Altenpflegekurses der frisch gegründeten Schule. 
Dass die AWO eine eigene Ausbildungsstätte für diesen Berufsbereich eröffnete war eine Reaktion auf den damals herrschenden Pflegenotstand. Fachkräfte wurden dringend gesucht. Heute, 25 Jahre später haben inzwischen rund 1100 Männer und Frauen am BAA ihre Ausbildungen abgeschlossen. Wenn sie Ihre Examenszeugnisse und Erlaubnisurkunden in den Händen halten, ist die Tinte unter einem Arbeitsvertrag meist noch nicht trocken. So ist das auch bei Tammy Samantha Brück und den 24 Kolleginnen und Kollegen des 61. Pflegekurses. Die neue Fachkraft, die mit ihren 23 Jahren zu den jüngsten ihres Kurses zählt, arbeitet bereits in einem Heim der GSE, wo sie auch einen praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvierte. Nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler, deren Altersspanne in manchen Kursen von 18 bis 50 Jahren reicht, wird für eines der AWO-Pflegeheime ausgebildet.
Das BAA hat sich inzwischen einen solchen Ruf erarbeitet, dass sehr viele Träger aus der Region, ihre Altenpflege-Aspiranten an die Peterstraße schicken. Auch für das Arbeitsamt und das Jobcenter ist das BAA eine bevorzugte Adresse.
Inzwischen sind es nicht nur Altenpfleger, die hier auf ihre vielfältigen Aufgaben vorbereitet werden, auch Altenpflegehelferinnen und –Helfer oder Betreuungsassistenten werden in verschiedenen Ausbildungsformen unterrichtet. Dazu kommen noch Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote im Berufsfeld der Pflege.
Daran denkt Tammy Samantha Brücker schon jetzt, wenige Tage nach ihrem Examen: „Natürlich bin ich froh, jetzt in meinem Wunschberuf zu arbeiten. Aber es war einfach eine tolle Zeit mit so viel menschlicher Wärme, dass ich mir schon sehr gut vorstellen kann, hier die Weiterbildungsangebote zu nutzen. Hier steht immer der Mensch im Mittelpunkt.

Zur Zeit besuchen 200 Männer und Frauen das BAA, um dort den Beruf des Altenpflegers oder Altenpflegehelfers zu erlernen. Dort werden Menschen ausgebildet, auf die andere Menschen dringend warten.
 

11. Mai 2017